Nachrichtenwesen :
(Wohl) informiert zu sein tut jeder Regierung Not. Über kompetente
Sicherheitsdienste zu verfügen, stellt eine conditio sine qua non zur
bekämpfung des Terrorismus. Jedoch müssen auch die Regierenden in der Lage
sein, aus den ihnen vorgelegten Informationen Nutzen zu ziehen, um die richtigen
Entscheidungen treffen zu können. In unseren demokratischen Staaten sind die
Nachrichtendienste „ein Mittel, nicht ein Ziel an sich“, unterstreicht
Bruno Delamotte in seinem letzten Buch
Frage(n) der Intelligence:
Nachrichtendienste im Kampf gegen den Terrorismus, Ende Mai 2004 bei
Michalon (Paris) veröffentlicht. Ein Werk, das die Sachverständigen nicht
gleichgültig lassen wird. Hier werden die Instrumente des französischen
Nachrichtenwesens und ihre effektive Anwendung mit den enormen Mitteln
verglichen, über die die amerikanischen Bundesdienste verfügen. Darüber eine
kritische Analyse von
Bénédicte Suzan, Forscherin an der
mediterranen Stiftung
für strategische Studien und, neben Jeremy Shapiro, Associate Director des
Center on the United States and Europe der berühmten Brookings
Institution, Ko-Autor mehrerer Studien über die Bekämpfung des Terrorismus in Frankreich und auf
der
europäischen Ebene. Zur gleichen Augenpunkt versammeln sich im Schloß von
Wildbad Kreuth (Bayern), auf Einladung der Hanns-Seidel
Stiftung, 15
Experten, um Erfahrungen und Probleme auf diesem strategischen Gebiet
auszutauschen, damit schon begonnene Reformen optimiert und das Nachrichtenwesen
offensiver gestaltet werden können.
Kino und Politik : Am 22.
Mai 2004 wurden, im Rahmen des 57. Festivals von Cannes, die Vereinigten Staaten
mit der Goldenen Palme
ausgezeichnet. Seit 1956 und Jacques-Yves Cousteau und Louis Malles „Welt der
Stille“ ist Michael Moores „Fahrenheit 9/11“ der erste Dokumentarfilm, der diese
Trophäe erhalten hat. Der amerikanische Regisseur ist nun endlich sicher, daß
sein Film auch in den Vereinigten Staaten von Amerika dem Publikum zugänglich
werden wird. Durch die Zensur der Disneygruppe wurde Michael Moore gleichzeitig
zum Opfer und zur Berühmtheit. Was auch immer der Grad des allgemeinen
Inhalts ist, dieser Film hat den eindeutigen Verdienst,
bestimmte peinliche Verbindungen zwischen Politik und Business-Sphäre
darzulegen, sowie die etwas beunruhigenden Vermischungen amerikanischer und
saudischer Interessen. Jedoch muss der Film mit kritischen Augen gesehen werden,
aufgrund des offen dargelegten Willens, einen „Anti-Bush Dokumentarfilm“ zu
machen, der Präsenz José Bovés an Michael Moores Seite in Cannes sowie der
Tatsache, dass das politische Engagement einiger amerikanischer Jury-Mitglieder wohlbekannt
ist. Die goldene Regel des Genres will, dass Fakten
und Kommentare getrennt werden, was hier leider nicht geschehen ist. Der Erfolg
von Moores Film ist aber auch ein Beleg dafür, das die Vereinigten Staaten von
Amerika heute vor einem ernsthaften Problem stehen : Sie sind nicht mehr in
der Lage, das Image, das sie von sich vermitteln wollen, zu kontrolieren, wie es noch
in den 90er Jahren möglich war.
In einer von Libération veröffentlichten
Tribüne - und mit dem Talent, daß den Direktor des Observatoriums für
Infostrategien kennzeichnet -, erklärt François-Bernard Huyghe, dass die arabischen über Satelliten erreichbaren Fernsehsender, das Internet, aber auch
einige amerikanische Medien die USA heute davon abhalten, das „Sichtbare“ zu
kontrollieren und sie dadurch in ihrem Handeln Glaubwürdigkeitkeit verlieren. So
wendet sich die Macht der Bilder gegen die große Multimedia-Gesellschaft “ in
ihrem Kampf „ um Herz und Geist der Menschen“...
Krieg
in Irak: Aus all
diesen Gründen ist das Land, das Hollywood erfand, heute dabei,
den
Informationskrieg zu verlieren. Der Konflikt im Irak spielt sich
auf drei Ebenen
ab: auf der militärischen, auf der medialen und der symbolischen. Es ist
natürlich möglich,
über den Krieg im allgemeinen, und den Krieg im Irak im
besonderen nachzudenken, aber ist die Situation in Afghanistan vielleicht besser? François-Bernard Huyghe ist sehr pessimistisch und
hält diesen „4. Weltkrieg“
auf lange Sicht ungewinnbar und den Frieden für undenkbar. Dieser "globale
Krieg gegen den Terrorismus" (GWOT: Global War
on Terrorism) sollte mit den viel zitierten Massenvernichtungswaffen aufräumen
und die Demokratie in Afghanistan und im Irak errichten.
Dafür jedoch hätte es anderer Mittel und der Teilnahme der größmöglichsten Anzahl anderer Staaten bedurft. Im Lande der Demokratie sollte man eine gewisse Transparenz anwenden. Nimmt man jedoch statt der offiziellen Dienste Zauberlehrlinge, Propaganda-Expertengruppen und auf „Regierungskommunikation“ spezialisierte Privatunternehmen in seine Dienste, muss man sowohl in Washington als auch in London darauf gefasst sein, dass irgendwann das Kartenhaus einstürzt. Wunschdenken wird auf Dauer nie die harten Fakten ersetzen.
Ist
man auf der Suche nach einer amerikanischen Stimme, bar jeglicher politischer
Hintergedanken, um
die zehn wichtigsten Fehler zu erklären, die im Irak begangen
wurden – darunter einige, die umso unverzeihlicher sind, als das sie voraussehbar
waren, sollte man Anthony Zinni anhören. Was der General am 12. Mai 2004
darlegte, war eine regelrechte Anklage. Dieser Held des Vietnam-Krieges und
Nachfolger von General Schwarzkopf, der eine zeitlang als Special Envoy im
Nahen Osten diente, hat nach dem Ausbruch des Irakkonflikts mit der
Bush-Administration gebrochen. Selbstverständlich handelt es sich nicht um den
ersten Fall eines hohen Offiziers, der, angewidert von dem, was er als ein
Desaster ansieht, laut sagt, was er denkt. Es ist aber das erste Mal, dass ein
ehemaliger Chef des US Marine Corps den Kopf seines eigenen Ministers und dessen
naher Mitarbeiter fordert.
In einem am 24. Mai 2004 erschienenen Buch,
geschrieben mit Tom Clancy und Tony Koltz, stellt der ehemalige Kommandant des
US Central Command (1997-2000) über jene fest, die diesen Krieg geplant und geführt haben: „es handelt sich hier um eine klare
Pflichtverletzung, Fahrlässigkeit und Unverantwortlichkeit, wenn nicht gar um
Lüge, Inkompetenz und Korruption“.
Manipulation: Am 13. Mai 2004 stellte François-Bernard
Huyghe, in der Tageszeitung Le Monde, folgende grundsätzliche Frage: „Wie
kann aus einer Hypermacht eine Hyperzielscheibe werden? Die amerikanische
Maschine zur Schaffung von Feinden und die Maschine zur Erzeugung von Groll in der
arabischen und islamischen Welt ergänzen sich zur Zeit. Erstere liefert der
Zweiten ein Kampf-Gebiet, Gründe zur Klage, Ziele und Motive zum Rekrutieren.
Letztere liefert der Ersten Nahrung für ihre Paranoïa: es muss mit denen, die die
Freiheit hassen, Schluss gemacht werden.“ So produziert
man den unendlichen Krieg.

Massenvernichtungswaffen: Was die
Massenvernichtungswaffen betrifft, so geht der schwedische Botschafter Hans
Blix, als guter Diplomat, nicht so weit, zu sagen, George W. Bush und Tony Blair
hätten gelogen: nein, sie haben uns „irregeführt“. Die Nuance hat ihre
Wichtigkeit. „Zu behaupten, sie hätten gelogen, hieße, sie hätten dies
absichtlich getan. Ich habe keine Beweise, um dies zu sagen. Um die Sache aber
hart und klar zu sagen: Es hat ihnen eindeutig an kritischen Sinn gemangelt,
denn sonst hätten sie sich vorsichtiger ausgedrückt.“
Auf seiner Durchreise in Paris hat der UNO-Chefinspektor für Abrüstung, der sein Buch über „Die nicht-auffindbaren Waffen“ bei den Éditions Fayard veröffentlicht, Christian Malar gegenüber keinen Hehl über seine wahre Überzeugung gemacht. Die Lektüre des Buchs ist auf jeden Fall erbauend, was den Willen der Amerikaner betrifft, im Irak zu intervenieren, mit oder ohne die UNO.
Der 4. Weltkrieg: Hat übrigens dieser „4. Weltkrieg“ mit dem 11. September 2001 begonnen? Jean-David Levitte erklärt erklärt in einem Vortrag an der Elliott School of International Affairs der George Washington University, dass die Franzosen diesen „Krieg gegen den Terrorismus“ schlecht verstehen und es vorziehen, „gegen die Terroristen Krieg zu führen“. Auch hier ist die Nuance entscheidend und erweist sich die Wahl der Worte als niemals harmlos.
Die Amerikaner haben Ahmed Chalabi, vormals Liebling der
Neokonservativen, fallen gelassen. Dieser Bankier, gegen den Verfahren von der
jordanischen Justiz eingeleitet worden sind, hatte an brutalen
anti-französischen Kampagnen teilgenommen.
Er stützte sich auf seine Mittelsmänner in Washington, unter denen sich einige
Schreiberlinge finden, deren Hauptgeschäft darin bestand, Bücher über den
vermeintlichen „Verrat Frankreichs“ zu schreiben. Hilfsbereite Fernsehsender wie
Fox News haben sie regelmäßig als Gäste eingeladen und dem Publikum als „Ermittlungsjournalisten“
vorgestellt.
Zu viel ist zu viel, nach all den vulgären anti-französischen, anti-deutschen, anti-belgischen und anti-kanadischen Websites (wie "Fuck the French.com", um einen zu nennen, der nun endlich geschlossen worden ist), die plötzlich im Internet zur Blüte kamen? Jenseits einer gewissen Fixierung gibt es offensichtlich eine unerschütterliche amerikanische Subkultur. Nach André Flahaut, belgischer Verteidigungsminister, erachtete der französische Botschafter in den USA, Jean-David Levitte, es für nötig zu reagieren um einige Grundwahrheiten zu unterstreichen und auszurufen: „Give France a break“, was man in undiplomatischer Sprache folgendermaßen übersetzen könnte: „Hört mit dem Blödsinn auf und lasst uns in Ruhe!“. „Heute Bagdad, morgen Paris“, wie beim Einmarsch in den Irak auf einem amerikanischen Panzer zu lesen war: Es war von Anfang an klar, dass die Zukunft schwierig sein würde...


Irak: Dem britischen Premierminister gelang es, die richtigen Worte zu finden, um für jede möglicherweise begangene verwerfliche Tat um Entschuldigung zu bitten. Im Laufe eines Exklusiv-Interviews mit Christian Malar für France 3 betonte Tony Blair mit Überzeugung : „Wir sind in den Irak gegangen, um diese Art von Machtmißbrauch zu beenden, nicht um uns ihm selbst hinzugeben“. Dieses Interview, das in der ganzen Welt viel wiedergegeben und zitiert worden ist, fand nur wenige Tage vor der Entdeckung einer skandalösen Photomontage statt, die darauf abzielte, die britischen Soldaten zu diskreditieren. Die Verhaftung der vier Verantwortlichen hat die Spannung um einiges fallen lassen. Doch die britische Beteiligung am Eingriff im Irak und vor allem die bedingungslose Anpassung an G. W. Bushs Linie betreffend Ariel Sharon sind weit davon entfernt, für Einstimmigkeit in Großbritannien zu sorgen. So beschuldigten am 26. April 2004 52 Diplomaten des Foreign Office Tony Blair, sich einer zum Scheitern verurteilten amerikanischen Politik unterworfen zu haben und verlangten ein grundlegendes Überdenken der Strategie für den Nahen Osten, was nicht wenig ist. Eine Warnung, die nach dem Aufmucken von etwa 60 amerikanischen hohen Diplomaten stattfindet, die sich beunruhigt zeigen über das derzeitige Abdriften der amerikanischen Außenpolitik und - unter anderem - einer ganz offensichtlich pro-israelischen Haltung die nur den amerikanischen Interessen direkt nicht dient, sondern vielmehr die USA in der arabisch-islamischen Welt diskreditiert, ohne den israelischen Interessen wirklich zu dienen. Ob es sich um den Irak oder den Vorderen Orient Tony Blair handelt erntet wenig Früchte für die unerschütterliche Unterstützung, die er G.W. Bush bisher entgegen gebracht hat. Dennoch: die britische Regierung hat wenigsten den Willen, im Rahmen des Möglichen schnellstens einen ehrenhaften Ausweg aus der Krise zu finden. Der britische Sondergesandte im Irak, Sir Jeremy Greenstock, hat während seines Besuchs in Paris Christian Malar anvertraut, er mache sich keine großen Illusionen über die Chancen, die für Juni von Washington geplanten Ziele zu respektieren. In seinen Augen wird es weit mehr Zeit bedürfen, den Irak zu stabilisieren.
Die
Natur hasst das Vakuum: Die Rückschläge häufen sich
für den amerikanischen Präsidenten während der Wahlkampfes. Die Wiederwahl
erscheint heute bei weitem nicht mehr automatisch gegeben. Vor allem macht G.W.
Bush den Eindruck, wie Christian Malar unterstreicht, über
keinen klaren Plan zu
verfügen, um aus der Krise herauszukommen und den Irak zu stabilisieren. Sein
demokratischer Gegenspieler tut sich auf diesem Feld auch schwer. Die Situation
im Irak ist vor Ort militärisch schwierig und stellt in Washington und in der
Welt ein politisches Desaster dar seit den Enthüllungen, durch die die Verfehlungen
einiger weniger die Ehre der ganzen US Army beschmutzt haben. Dieses Verwischen
der Grenzen, die Indienstnahme von Hilfskräften ohne wirkliche Ausbildung, der
Gebrauch von Söldnern oder von Einheiten, die eher als „speziell“ denn als
„spezial“ bezeichnet werden sollten, entspricht nicht dem Geschmack professioneller
Militärs. Diese waren denn auch die ersten, die ihre Hierarchie über die
Mißtände alarmiert haben. Ganz oben wollte man jedoch offensichtlich nichts
hören. Die Glaubwürdigkeit des Präsidenten und seines Verteidigungsministers ist
stark angeschlagen. die Zukunft schwer angeschlagen. Es ist schwer vorstellbar,
dass der kommende NATO-Gipfel in Istanbul den Aufbau einer Streitkraft unter
amerikanischer Führung beschließen wird. In der arabischen Welt ist das
Unverständnis dem Gefühl des Verlassenseins gewichen.

Nah
Ost: Wie
könnte das Chaos im Nahen Osten vermieden werden ? Am 19. April 2004, während
seines Besuches in Paris,
hat der ägyptische Präsident Hosni Mubarak erneut die Alarmglocken geläutet,
nachdem sich Ariel Sharon und G.W. Bush unter vier Augen getroffen hatten.
Jordaniens König, auf Reise in den USA, hat seinen Besuch im Weißen Haus
vertagt. Die Ergreifung Saddam Husseins hat in nichts zur Lösung des
israelisch-arabischen Konflikts beigetragen. „An guten Ideen fehlt es nicht, aber
sie werden nie in die Tat umgesetzt... An was es mangelt, sind die
Garantie-Mechanismen.“ Der Botschafter der arabischen Liga in Paris, Nassif
Hitti, Gast des Franco-amerikanischen Presseklubs, legt zwei Widersprüche dar:
auf der einen Seite zu viel „Unbeweglichkeit“, auf der anderen „zu viele
überstürzte Handlungen“. Eine Überzeugung dieses kultivierten Mannes, der sich
durch eine gewisse Direktheit auszeichnet, lautet:
Die Zeit ist der Feind des Friedens.
Die Verschlechterung der allgemeinen Situation könnte jedenfalls zum Auftreten
eines „dritten Weges“ für die Länder des Südens führen, den „Weg des kleinen
Drachens“, wie in der Herausgeber Richard Labévière in Radio France
International bezeichnete.
Terrorismus: Von allen Aussagen vor der nationalen Untersuchungskommission zum 11. September – von denen einige sehr erbauend sind – hebt sich eine besonders ab: Botschafter J. Cofer Black, ehemaliger Leiter der Sparte Anti-Terrorismus der CIA, bekennt: Was auch immer die Mittel sind, die den Nachrichtendiensten für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt werden, die politische Sphäre wird immer ihren Teil der Verantwortung tragen. Seine Ansicht lautet: „Der einzige Weg, den Terrorismus zu bekämpfen besteht darin, die Probleme, die den Terrorismus erst entstehen lassen und nähren zu bekämpfen.“ Eine Ansicht, die an die Rede von Jacques Chirac vor der UNO erinnert: Terrorismus nimmt häufig die Frustrationen zum Vorwand, die durch nicht gelöste Konflikte entstanden sind.
Jubiläum der Entente Cordiale:
Königin Elisabeth II und der Herzog von Edinburgh sind nach Frankreich gekommen,
um an der Feier des einhundertsten Jubiläums der Entente Cordiale teilzunehmen.
Frankreich ist sich wohl
dessen bewusst, was es dem Vereinigten Königreich schuldig ist. Jenseits der
offiziellen Reden und auch der nicht zu leugnenden Divergenzen, ist es
eindeutig, dass das,
was Frankreich und Großbritannien eint wichtiger ist als
das, was beide Staaten trennt.
Die Entente Cordiale, ein Sieg der Weisheit über
die Leidenschaften, ist
ein Abkommen, das den
Grundstein für eine entscheidende
Allianz legte. Nach einem Jahrhundert manchmal stürmischer Beziehungen, wie es
nicht ohne Humor der Leiter des Foreign Office, Jack Straw, bemerkte,
finden
heute die ernstesten Zusammenstöße zwischen Frankreich und Großbritannien auf
den Sportfeldern statt.
Algerien:
Präsident Abdelazziz Bouteflika hat mit Leichtigkeit die Wahlen für eine
zweite Amtszeit über fünf Jahre gewonnen. Nach schwierigen Jahren ist Algerien
heute, nachdem der innere Frieden gefestigt werden konnte, auf dem Weg des
wirtschaftlichen Wiederbelebung. Im Laufe eines langen Exklusiv-Interviews,
das eine Woche vor Begin der Wahlen stattfand, legte Präsident Bouteflika
Christian Malar seine drei Prioritäten, für den Fall seines Wahlsieges dar.
Der französische Präsident Jacques Chirac legte Wert darauf, sich persönlich am folgenden Tag nach Algier zu begeben um dort eine „einmalige Partnerschaft“ zu zelebrieren und zu einem wiederholten Male dem Willen zu einer starken Beziehung zwischen Frankreich und Algerien Ausdruck zu geben.
Europa: Und was tut Europa? Am vergangenen 1. Mai hat es sich, wie geplant, nach Osten und Süden hin erweitert. Nun heißt es sich zu organisieren, ohne unsere Sicherheit und unsere Verteidigung zu vergessen. Noëlle Lenoir hat in Washington daran erinnert, welch treibende Kraft Deutschland und Frankreich auf diesem Gebiet bisher dargestellt haben. Auch Großbritannien ist sich im Klaren darüber, dass Europa in Sachen Verteidigung einer Stärkung bedarf. Daher ein gewisser Optimismus von Seiten des Generals Henri Bentégeat, Chef des Generalstabs der französischen Armeen, der vor dem von dem Institut des Hautes Études de la Défense Nationale (IHEDN) am 22. April 2004 organisierten trilateralen Seminar zur Ausbildung in Sachen europäische Sicherheit und Verteidigung eine Rede hielt. „Europa ist eine Frage der Seele“. In Anbetracht des neuen Sachverhalts Europas unterschied der General „drei dominante Faktoren, drei Gebiete, die Beunruhigung begründen, und drei Gründe, um zu hoffen“. Der französische Verteidigungsministerin, Michèle Alliot-Marie, hat ihrerseits an die drei Ziele erinnert, die Europa anstreben sollte, um seine Verteidigung zukünftig garantieren zu können: (1) in der Lage sein, seine Bevölkerung, seine Interessen und seine Werte überall dort zu verteidigen, wo dies nötig sein sollte; (2) über eine autonome Lagebeurteilungs- und Aktionskapazität zu verfügen; (3) in strategischer und technologischer Hinsicht nicht von anderen abhängig zu sein. Warum dann nicht über das Europa des Weltraums und die transatlantische Zusammenarbeit nachdenken, wie es Didier Compard getan hat?
Was aber
die wirtschaftliche Verteidigung Europas betrifft, so ist die Feststellung
anderer Natur. François Mitterand sagte einmal: „Europa befindet sich im Krieg
mit den USA, ohne sich dessen bewusst zu sein“.
Europa muss den Geschmack an der
Offensive wiederfinden, wie es Bernard Carayon, Autor eines Bericht über
wirtschaftliche
Intelligenz, andeutet und also Valéry Lügen strafen, „in dessen Augen schon
1931 Europa nur ein Ziel hatte, nämlich durch eine amerikanische Kommission
regiert zu werden“. „Die industrielle Geschichte Europas resultiert auch aus
einer Folge von Verzichten und politischer Naïvität“. „Die Ausbildung zur
Economic Intelligence ! Hier sieht man das Beste neben dem Schlechtesten...
Einige klarsichtige, vereinzelte Geister, die niemand anhörte und ernst nahm,
und auf der anderen Seite ganze Horden von Scharlatanen, die ihr leeres Gerede
mit angelsächsischen Ausdrücken ausschmücken und Lösungen zur passiven
Wettbewerbsüberwachung als revolutionäre Methoden darstellen! Ziel und Mittel
sind in Frankreich verwechselt worden. “Man muss hoffen, dass die Nominierung Alain Juillets ein Zeichen dafür ist, dass der Staat seine
Verantwortung auf diesem Gebiet erkannt hat und dass sie auch ein Denk- und Handlunganstoß
für Europa darstellt. Wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, schwächen bestimmte
amerikanische Investmentfonds das Europa der Verteidigung, und
die Situation ist
sehr heikel. Wie sehr richtig von Dr. Sorbas v. Coester unterstrichen,
ist es
längst an der Zeit für Europa, seine Prioritäten in Sachen Weltraumtechnologien,
Network Centric Warfare und Internet neu zu bestimmen, bevor es wirklich zu spät
ist !
Georgien:
Wer interessierte sich vor nur sechs Monaten für Georgien ? Damals wurde das
Land noch von Eduard Shevardnaze, dem sogenannten „weißen Fuchs“, dem letzten
sowjetischen Minister für Auswärtige Angelegenheiten, regiert. Er und die
Mitglieder seines Clans hatten das Land in Besitz genommen und unter sich
aufgeteilt. Dies bis zu jenem Tag im November 2003, als die Sachlage sich mit
der „Revolution der Rosen“, angeführt von Mikhael Saakachwili, Justizminister im
Jahre 2001
und
danach Präsident des Kommunalrates von Tbilissi, mit dem Programm, die
Korruption auszumerzen und seinem Land eine europäische Orientierung
wiederzuverleihen, von Grundauf veränderte. Nach durch Schevardnadzes Clan grob
manipulierten Wahlen, besetzten Mikhael Saakachwili und seine Anhänger zu
Tausenden das Parlament, eine Rose in der Faust. Das Volk geht auf die Straße,
und Schevardnaze ist gezwungen, abzudanken. Am 4. Januar 2004 finden endlich,
unter internationaler Kontrolle, richtige Wahlen statt. Der charismatische
Saakachwili gewinnt mit 96% der Stimmen, zur großen Verwunderung Rußlands und
der USA. Am 25. Januar legt er seinen Amtseid ab und beginnt mit der Arbeit.
Saakachvilis Priorität in Sachen Innenpolitik ist, das Land wieder in Gang zu
bringen durch die Bekämpfung der allgegenwärtigen mafiösen Gruppen. Dies führt
zur Verhaftung mehrerer ehemaliger Minister oder hoher Staatsdiener. Einige
werden vor die Wahl gestellt, die hinterschlagenen Summen zurückzugeben oder im
Gefängnis zu verfaulen. Was die auswärtige Politik betrifft, so unternimmt der
neue Präsident eine diplomatische Tournee, die ihn nach Straßburg, Berlin,
Moskau, Washington, Baku und Paris führt. Als guter Stratege hat Saakachvili den
Sinn für Symbolik. Er zeigt sich sehr direkt und drischt keine leere Phrasen. In
Straßburg stellt er
seine ehrliche Verbundenheit mit Europa unter Beweis.
Hier
im Westen Europas hatte er ehedem Sandra Roelofs, seine spätere Ehefrau, kennen
gelernt. Wie Patrick Forestier in Paris Match geschrieben hat, stellt sie
„seine
einzige Rivalin im Herzen seines Volkes dar“. Diese Niederländerin hat ihr
Adoptionsland, daß in ihren Augen
erst noch die Demokratie erlernen muß, kennen und lieben gelernt. „Michas
Anhänger im Ausland zählen sich auch zu Tausenden innerhalb der georgischen
Diaspora, in New York, in London wie auch in Paris. Auf die Frage, auf wessen
Seite er nun eigentlich ist, antwortet Saakachwili wie er es Xavier Lambrechts
gegenüber auf
TV5 gemacht hat: “Ich bin nicht pro-amerikanisch, ich bin nicht pro-russisch,
ich bin pro-europäisch weil ich Georgier bin“. Hört, Hört.
Und dies wiederholt er in Berlin vor den Deutschen, die seinem Land eine
Notfallshilfe gewährten als Rußland ihm, mitten im Winter, Strom und Heizkraft
abgestellt hatten... Und auch in
Washington vor Präsident Bush, in
New York vor der UNO, in Moskau vor Präsident Putin und natürlich in Paris,
wo er ganz offensichtlich auf gleicher Welle mit Jacques Chirac war.
Frankreich,
wie alle seine Partnerstaaten der EU,
hat seinerseits versprochen auf Seiten Georgiens zu sein und das Land in
seinem Streben zu unterstützen, eines Tages einen seriösen Kandidaten für den
Eintritt in die Europäische Union darzustellen. Bei seiner Abreise aus Paris
erbat Saakachvili und sah sich von Jacques Chirac und Dominique de Villepin eine
außerwartete Gunst gewährt: Frankreich möge Georgien den französischen
Botschafter in Tbilissi, Salomé Zourabichvili, zur Verfügung stellen ! Solch
einen, wenn nicht in den Annalen der Diplomatie einzigen, doch außergewöhnlichen
Fall hatte es zuletzt mit dem
General Milan Rastislav Stefanik gegeben, der auf diese Art zum
tschecho-slovakischen Kriegsminister geworden war.
Zehn
Tage später war jene, die alle schon, in Paris wie auch in Tbilissi, „Salomé“
nennen, schon zu einer Prominenz der zukünftigen Regierung geworden, die Anfang
April aus den Wahlen resultieren sollte. Salomé ist aber jetzt schon, aufgrund
der gespannten Lage in Angesicht u.a. der adjarischen Krise, dem abgehenden
Parlament vorgestellt und für die Übergangszeit als Minister für Auswärtige
Angelegenheiten ins Amt eingesetzt worden.
Ihre erste offizielle Rede vor dem diplomatischen Korps und den Beamten
ihres Ministeriums hat die, die sie kennen, kaum verblüfft.
Der totale Bruch mit der Vergangenheit muß zur Realität werden. Georgien ist
ein Land, in dem die Europäer und die Amerikaner, gemeinsam arbeiten können um
ein Modell für den gesamten Kaukasus aufzubauen.
Solche
Parolen und Visionen beunruhigen natürlich für all jene Potentaten, Diktatoren
und andere Kriegsherren, die heute in den Republiken der Ex-UdSSR an der Macht
sind, aber auf längere Sicht sollte sich eine solche Politik auch für Moskau
auszahlen. Georgi Mamoulia, ehemaliger georgischer Diplomat auf Posten in Moskau,
heute Universitäts-Gelehrter und Forscher in Paris, spricht von
diesen tiefen Wunsch Georgiens nach Europa und hat vor kurzem die Website
france-georgie.org eröffnet, um all jenen Information zu bieten, die sich
für die Realitäten und der Geschichte eines Volkes interessieren, daß, eines der
ältesten christlichen Länder überhaupt, die Invasion der Bolschewiken und die
ganze mit ihnen kommende Barbarei, die man sich vorstellen kann, erleben mußte,
dann nach Jahrzehnten eine Unabhängigkeit gewann die zuerst einmal von einem
heute gestützten Apparatschik in Beschlag genommen worden war. Heute strebt
Georgien danach, seinen Platz im Konzert der europäischen Nationen
wiederzufinden und eine treibende Kraft im Kaukasus darzustellen. Eine
Gelegenheit für uns Europäer wie auch für die Russen zu zeigen, daß die
wirtschaftliche Entwicklung, gekoppelt mit dem Kampf gegen die organisierte
Kriminalität, sich mehr auszahlt als von der Mafia geleitete
Parallellwirtschaften unter der Kontrolle von parasitären Apparatschiks, daß sie
gleichzeitig den Wohlstand der Bevölkerung erhöht und zu einem für alle Parteien
profitablen Austausch führt – nur nicht, so sei gehofft, für die Gauner !
Nachrichten
Dienste: Im
Bereich der Terrorismusbekämpfung, sind einige Staaten besonders aktiv. Dies ist
der Fall Frankreichs, dessen Mittel nicht einer systematischen Überwachung der
globalen Kommunikationen dienen – dafür müßten die bestehenden Ressourcen
mindestens verzehnfacht werden -, sondern der Überwachung geziehlter Netzwerke
und der Verfolgung identifizierter und als potentiell gefährlich eingestufter
Gegner. Dank ihrer technischen Lösungen wird die französische DGSE (Generaldirektion
für Auswärtige Sicherheit) als einer der effizientesten Nachrichtendienste der
Welt angesehen. Selbst Präsident Bush kam nicht umhin, sie in der letzten Zeit
mehrfach betont zu würdigen. Zum ersten Mal öffnete sich das Abhörzentrum
von Domme (Dordogne) für zwei Journalisten von
France 3, Pierre Babey und Eric Jeannet. So wohnten beide live dem
Abhören
der von identifizierten Terroristen geführten Telephongespräche und dem
Abfangen der von ihnen versandten Telekopien bei, die einen klaren Verstoß gegen
das Embargo im Bereich des Handels mit Atomindustriekomponenten belegten. Was
den Kampf gegen die Verbreitung nuklearer Waffen angeht, ist der
Iran unter sehr intensiver Überwachung.
Wenn
man nicht die Mittel seiner Politik hat, muß man sich mit der Politik seiner
Mittel begnügen. Frankreich, ein Land, daß gegen Reformen allergisch ist, muß
sich dennoch den Gegebenheiten der modernen Welt anpassen. In diesem Land
erscheint es schier unmöglich, den Reformen ein Format zu geben, daß die
allgemeine Zustimmung fände, daher die Mißtimmung zahlreicher Kategorien von
Arbeitsnehmern, die letztendlich zu Reaktionen führt, die alle Bürger betreffen.
Nach den Ärzten, demonstrierten wütende Gendarmen und Feuerwehrmänner, um sie
nicht zu vergessen, und es kam gar zu Konfrontationen mit der Polizei. Entgegen
einer weit verbreiteten Meinung, hat Frankreich wohl nicht zu viele, sondern
falsch eingesetzte Beamte, die nicht da sind, wo sie wirklich gebraucht werden.
Einige, unter ihnen die Diplomaten im Auswärtigen Dienst, geniessen Vorteile
einer anderen Epoche. Trotzdem haben die Diplomaten nicht gezögert, ihrerseits
auf die Strasse zu gehen und mit weiteren Aktionen zu drohen. In der
Tageszeitung
Le Figaro analysiert Bruno Delamotte die „diplomatische
Misere", die alles, nur nicht eine diplomatische Krankheit ist.
Ob
auf einer Reise im Ausland, ob in der Wüste oder auf dem Meer, ist es nun mit
WorldSpace möglich, per Satellit seinen Radiosender in digitaler Qualität zu
empfangen, und noch viel mehr. Das Indiensttreten des ersten audionumerischen
Informationssenders via Satellit bedeutet nicht allein unter technologischen
Aspekten eine Revolution. Die bedeutendsten internationalen Informations- u.
Musiksender sind gratis zu empfangen, wie auch von der UNESCO koproduzierte
pädagogische Programme. Das Ziel, niemanden zu vergessen, ob man nun in fernen
ländlichen Gebieten wohnt oder nicht, ob arm oder reich. Auch ohne
Internetanschluss wird es von jetzt an möglich sein, zu festgelegten Zeiten die
jüngste Ausgabe der Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche
Zeitung oder das Handelsblatt in digitaler Form zu erhalten. Radio
France Internationale (RFI),
das französische Auswärtige Amt und die amerikanische Armee haben den Nutzen
gesehen in einem kleinen Radiosender, der wenig kostet und dennoch hocheffizient
ist.
Pierre Casadebaig stellt hier
WorldSpace und seine kleinen digitalen Empfänger vor, die schon jetzt auf
dem Internet zu sehen sind und ab Anfang des kommenden Jahres kommerzialisiert
werden.
Mittelmeer: Am
2. und 3. Dezember 2003 wird die französische Regierung in Neapel vorschlagen,
den "euro-mediterranen Prozeß" wieder in Schwung zu bringen. Die
euro-mediterrane Partnerschaft ist seit dem Wiederbeginn der Intifada im Herbst
2000 ins Stocken geraten, und die amerikanischen Ansprüche, den Vorderen Orient
umzumodellieren, öffnen die Dose der Pandora. Die Feststellung, die
Bénédicte Suzan, Forschungsbeauftragte bei
der Mediterranen Stiftung für Strategische Studien, macht, ist alarmierend.
Die Stunde ist also treffend gewählt,
um den Geist der euro-mediterranen Zusammenarbeit wiederaufleben zu lassen,
wie von Suzan angeregt. Es handelt sich hier um eine Notwendigkeit für Europa.
Es geht um dessen eigene Sicherheit. Im Bewustsein, den Süden nicht auschließen
zu können während man sich dem Osten öffnet, sollte, als Ausgleich zur
Ausdehnung der EU nach Osten, der Aufbau im Mittelmeerraum einer Zone des
geteilten Friedens und des Wohlstands die EU-Mitgliedstaaten, die Anreiner des
Mittelmeeres sind, mobilisieren. Den euro-mediterranen Dialog zu unterbrechen
würde unvermeidbar dazu führen, die wirtschaftliche Entwicklung einiger
gemäßigten Staaten, die schon jetzt von Aufleben des religiösen Integrismus
bedroht sind, noch weiter abzubremsen.
"Der
islamische Integrismus nährt sich gleichzeitig aus der wirtschaftlichen
Marginalisierung der arabo-musulmanischen Welt, die stattfindet, obschon
letztere seit einem halben Jahrhundert mit dem Erdöl über leicht zu nutzende
natürliche Reichtümer verfügt ; aus der Verzweiflung der technischen Eliten in
Anbetracht der Unmöglichkeit, ihre Gesellschaft zu reformieren, was zu einer
Kultur des Verlierens führt, die grundverschieden ist von der Kultur des 'scheinbaren
Verlierens' der christlichen Geisteswelten - eine Kultur, die auf der Analyse,
einer andauernden Infragestellung und einem steten Vorwärtsdrängen, Faktoren der
erfolgreichen Entwicklung des Abendlandes im Laufe der vergangenen Jahrhunderte,
basiert - ; endlich, aus einem nihilistischen Märtyrertum, der aus der
Diskrepanz entstanden ist zwischen dem Anspruch, die alleinigen Empfänger der '
wirklichen' Offenbarung zu sein, und der erbärmlichen materiellen Realität, in
der die weitesten Teile der Bevölkerung zu leben haben, die zur Verachtung der
Nichtgläubugen, aber auch des eigenen Lebens führt.' Dies ist ausführlich
detailliert
im Letzten Brief des Nicolas Polystratu and John Smith, den der
Admiral Guy Labouérie, Mitglied der französischen Marine-Akademie,
veröffentlicht hat. "Ein Großteil der Nationen dieser Welt ist auf der Suche
nach einer Identität, die oftmals schwer auszumachen ist aufgrund des Mangels an
Geschichte oder an Gedächtnis, aufgrund auch des Schmerzes und der Spaltungen,
die der Kolonialismus aufgeworfen hat, und unserer Unfähigkeit, Verantwortliche
hohen Niveaus auszubilden, die unsere Nachfolge anzutreten. Die Anwendung von
Gewalt löst nicht alle Probleme."
Die
gleiche Einsicht wurde am 13. November 2003 durch Dominique de Villepin vor dem
franco-amerikanischen Presseklub vorgetragen. Nach
Darlegung der französichen Vision des Ausarbeitens, in Zusammenarbeit mit
der internationalen Gemeinschaft und der UNO, eines annehm- und ehrbaren
Ausweges aus der irakischen Krise, bot der Chef der französischen Diplomatie
erneut der amerikanischen Regierung Frankreichs Hilfe an,
bevor er sich Christian Malar anvertraute: "Wir glauben nich, daß es für das
irakische Drama rein sicherheitliche oder militärische Lösungen gibt, wir
glauben an eine politische Herangehensweise, die darauf beruht, die Souveränität
der Iraker wiederherzustellen indem ihnen die Verantwortung für ihr eignes
Schicksal anvertraut wird". Ganz offensichtlich hat Villepin Überzeugungen und
seine Analyse erscheint solide, ausgenommen vielleicht einen Punkt: ja, es muß
schnell gehandelt werden, aber wie soll eine Gruppe von Verantwortlichen
gefunden werden, die in Bagdad als legitim angesehen werden kann nach all dem
Mißkredit, der die von Washington vorort gebrachten Irakern zeichnete ?
Hierin hat die UNO ein wirkliches Know How. Wie es Präsident Jacques Chirac
in New York erneut unterstrich:
es gibt keine Alternative zur UNO.
Am
18. November 2003 brachte Colin Powell in Brüssel
Rechtfertigungen für den Eingriff im Irak vor und erklärte den französischen
Plan, der darauf abziehlt, noch vor Ende dieses Jahres eine Regierung aufzubauen,
die von den Irakern selber als legitim angesehen würde, als verfrüht. Powell
setzt seinerseits auf kommenden Juni. Der feste, aber entgegenkommende Ton, den
der amerikanische State Secretary im Exklusiv-Gespräch mit Christian Malar
anschlug, stand im starken Kontrast mit der Haltung des Chefs des Pentagons, in
dessen Augen ein Beispiel mit Frankreich statuiert werden muß. Von dieser
Meinung läßt Rumsfeld nicht ab. Als Folge sind wiederholt die meisten
franco-amerikanischen militärischen Treffen hohen Niveaus verschoben worden.
Zudem wurde Frankreichs Teilnahme am
Foreign Comparative Testing Program, dessen Ziel ist, von Freundesstaaten
oder Allierten produzierte militärische Ausrüstung zu testen und zu erwerben,
abgelehnt. Bei der Erläuterung der 27 von anfänglich 43 erwägten Programme, die
letztendlich gewählt wurden, rechtfertigte Oberstleutnant Reiner vor der Presse,
am 13. November in Washington, den Ausschluß Frankreichs für das Jahr 2004.
Diese Unverantwortliche Haltung, Teil nur einer ganzen Reihe von Strafmaßnahmen,
könnte eines Tages zu wohlverdienten Gegenmaßnahmen führen. Jene, die die «
Neo-Cons » unterstützen und offen für eine Abstandnahme gegenüber Deutschland
und Frankreich plaidieren, sollten lieber zweimal daran denken, bevor es zu spät
ist. Wie es Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie formulierte: «
Allierte handeln als Allierte, wen sie wie solche behandelt werden…».

In
den Vereinigten Staaten, während so manche Republikaner sich Fragen stellen zu
den Ungereimtheiten und zu den Grundlagen des militärischen Eingriffs im Irak,
machen die Demokraten Kampagne mit dem Anliegen, daß Rechenschaft abgegeben
werde zu den groben Fälschungen, die im Namen der amerikanischen und der
britischen Nachrichtendienste durch George W. Bush und Tony Blair vorgetragen
worden waren. Die Attentate häufen sich und die Türkei, Opfer von Attentaten
bisher unbekannten Ausmaßes, wird nicht verschont. Die gemäßigten arabischen
Staaten, die den radikalen Islamismus abgelehnt haben, bereiten sich nun auf das
Schlimmste vor, während Europa sich wie immer geteilt zeigt wenn es darum geht,
seine Verantwortung zu bejahen.
Welch ein Fiasko bereitet sich vor, wenn dies
sich nicht baldigst ändern sollte ! Mit einfachen
Worten,
das Gefühl gebend, ehrlich zu sprechen, haben drei Amerikanerinnen die Franzosen
bewegt. Nach dem Besuch der
Senatorin von New York, Hillary Rodham Clinton am 2. Juli, die viel
beachtete Visite der Ersten Dame der Vereinigten Staaten von Amerika, Laura
Bush, die am 1. Oktober, nach 19 Jahren amerikanischer Abwesenheit,
die Beziehungen zu der UNESCO wieder Aufleben ließ.
Last but not least, legte Madeleine Albright dar, wie sehr ihr das derzeitig so schlechte Image Amerikas Kummer bereite. Alle drei Damen haben Christian Malar ihre Ansicht zur Zukunft der franco-amerikanischen Beziehungen anvertraut. Sollten die (amerikanischen) Frauen diplomatischer als die Männer sein ?
Am
11. September fanden in New York und Washington, aber auch an vielen anderen
Orten auf der Welt, zahlreiche Gedenkzeremonien statt. Auch mehrere Kolloquien
wurden an diesem Tage abgehalten. Es war jedoch insbesondere ein Buch, das
unsere Aufmerksamkeit erweckte:
Der 11. September: die "Grande Guerre" der Amerikaner, veröffentlicht bei
Armand Colin. "An einem Dienstag, den 11. September 2001, ist Amerika in den
Krieg eingetreten, und dies vorraussichtlich für eine lange Zeit. Die
Mobilisierung war bedacht "vollständig, symbolisch und kulturell". Zum Einpauken
wurde zu klassischen Themen gegriffen: "Opferkult, Heroïsierung der Überlebenden,
Trauerzeremonien und Perspektive des Wiederaufbaus, Bestimmung eines inneren und
äußeren Feindes …". Alleine eine zu heiligende Einheit werde dem Lande erlauben,
gestärkt diese Prüfung zu bestehen. Die Betrachtungen des Historikers Bruno
Cabanes, Autor einer Doktorarbeit über die Rückkehr der französischen Soldaten
im Jahre 1918, und des Journalisten und Reporters Jean-Marc Pitte, der damals
das tragische Ereignis in New York für den Sender France 3 verfolgt hatte, wirft
ein neues Licht auf die Beweggründe und Triebfedern eines Volkes, das seitdem
darauf hofft und dahinzuarbeiten meint, daß der 11.09.01 sein "Letzter aller
Kriege" war.
Slovakei: Die
großen Strategen, die das vorige Jahrhundert gezeichnet haben, zählen sich an
den Fingern einer Hand.
General Milan Rastislav Stefanik zählt ganz gewiß zu den visionären
Staatsmännern. Dieser Tatsache zum Trotz nennen ihn die französischen
Geschichtsbücher in keiner Weise und die militärischen Archive besitzen nicht
einmal ein Photo dieses Mannes, der 1914 sich mit 32 Jahren als einfacher
Kaporal verpflichtete, drei Jahre darauf zum General der französischen Armee
ernannt wurde. Joël-François Dumont machte vor kurzem einen Besuch in der
Slovakei, um Informationen zu jenem Manne zu sammeln, den die Slovaken als
Gründungsvater der modernen Slovakei betrachten. General Stefanik war das
Bindeglied zwischen Frankreich und der Tschechoslovakei bishin zu seinem
tragischen Tod, als warscheinliches Opfer eines Komplotts. Die slovakische und
die französische Post haben
die
ausgezeichnete Idee gehabt, am selben Tag eine Briefmarke herauszugeben, zum
Andenken an den Mann, der eine Vision für Europa hatte.
Wie sollte man auch davon absehen, dem Bataillon Foch et den franco-slovakischen Wiederstandskämpfern zu gedenken ? Eine Handvoll Offiziere, nach der Flucht aus den Lagern der Nazis und eine Hundertschaft Arbeiter, auf der Flucht vor dem Zwangsarbeitsdienst, vereinten vor mehr als 50 Jahren ihre Kräfte im Untergrund, um gegen die 1. Panzerdivision der Waffen SS Kleinkrieg zu führen, und lösten dadurch in der Slovakei den nationalen Aufstand aus. Ihr Heroismus gehört zu den schönsten Begebnissen des Widerstandes in diesem Teil Europas. Der Name Stefanik, wie auch der Name des Hauptmanns de Lannurien, sind auf ewig im kollektiven Gedächtnis eines stolzen Volkes eingeprägt, für das Frankreich Synonym mit Freiheit und einem wiedergefundenen Stolz ist.
"Das
Europa der Verteidigung zielt nicht auf eine Verteidigung Europas".
Das Zentrum für Strategische Studien und Prospektive (Centre d’Etude et de
Prospective Stratégique / CEPS) veröffentlicht eine Analyse der europäischen
Rüstungsindustrie, "einem wirtschaftlichen Akteur auf der Suche nach seinem
Markt". Die von
Ernst & Young durchgeführte Meinungsumfrage ist aufschlußreich betreff der
Geisteshaltung der Industriellen des europäischen Rüstungssektors. 84% der
Befragten sehen den Markt als stagnierend, wenn nicht zurückgehend. 43% meinen,
dem Luftfahrtbereich ginge es verglichen besser. Eine andere Gewißheit: 94%
meinen, die EU könne ihren spezifischen Bedürfnissen gerecht werden. Eine
weitere Feststellung: die sogenannte transatlantische "Zusammenarbeit"
verbleibt bis heute ein einbahniges Unternehmen. Der General Delegierte des
CEPS, Loïc Tribot La Spière, gibt Details zu dieser die strategische Vision der
Industriellen beschreibenden Studie.

Zum Anlaß der 50. Luft- u. Raumfahrtmesse, landete zum letzten Mal und unter großem Applaus majestätisch die Concorde auf der Piste des Flughafens Le Bourget in eben dem Augenblick, in dem Präsident Jacques Chirac diese durch die weltweite wirtschaftliche Krise gezeignete Messe als eröffnet erklärte. Dieses Jahr gehört der Ehrenplatz den Drohnen und den Flughafentechnologien. Das nebenstehende Bild zeigt Präsident Chirac beim Betrachten der französischen Drone letzter Generation, den Sperwer von Sagem. Entgegen aller Gerüchte haben - wie von Yves Bonnet, dem Generalkommissar der Messe, bestätigt - die transatlantischen politischen Spannungen nicht im geringsten Maße zu einem Fernbleiben der Verantwortlichen der amerikanischen Luft- und Raumfahrtindustrie geführt. Einen weiterern Beweis des beiderseitigen Willens, auch künftig miteinander zu arbeiten, brachte die von Aviation Week im Rahmen der Le Bourget Messe am 17. Juni organisierte Treffen der Manager der großen französischen und amerikanischen Unternehmen des Sektors.
Vor
seiner Reise zum G8 Gipfel in Evian hat der amerikanische Präsident George W.
Bush Christian Malar am 29. Mai 2003 erneut ein Exklusiv-Interview gegeben.
Es werde keine Sanktionen gegen Frankreich geben, aber Bushs Enttäuschung
bleibe bestehen. Bush würdigte jedoch betont
die Qualität der Arbeit der französischen Nachrichtendienste: „in diesem
Punkte möchte ich Frankreich, das an unserer Seite al-Qaeda bekämpft, loben. "Es
läßt sich gut mit den französischen Nachrichtendiensten zusammenarbeiten",
sagte er. Am 4. Juni wird der amerikanische Präsident in Aqaba vor König
Abdallah von Jordanien und den israelischen und palestinensischen Premier
Ministern seinen „Traum
für den Frieden" und seine Vision für den Vorderen Orient darlegen.
In
Wildbad Kreuth, Bayern, am 27. und 28. Mai 2003, während die Experten der
Nachrichtendienste sich mit dem Konzept des
Präventiv-Krieges, modellisiert durch Rainer Huber, Direktor der
Informatikfakultät der Bundeswehr, beschäftigen, zieht es Françoise Thom vor,
von einer „Präventiv-Kapitulation"
zu sprechen. In einer sehr argumentierten Anklagerede gegen die französische
Diplomatie formuliert sie die These, daß die von Frankreich verfolgte anti-amerikanische
Politik letztendlich zum Gegenteil dessen geführt habe, was ursprünglich
anvisiert worden war. Ihre Darführungen, die zu großen Teilen im Figaro
(6. Mai 2003) veröffentlicht worden sind, ist auf dieser Website in
vollständiger Version auf englisch zu finden. Davor gestellt jedoch eine kurze
Einführung, die für jene von der anderen Seite des Atlantiks bestimmt ist, die
meinen könnten, es fänden sich hier irgendwelche Ermutigungen zu anti-europäischen
Argumentationen oder zu einer schädlichen Frankophobie, wie sie leider einige
Websites offengelegt haben. François-Bernard Huyghe seinerseits legt dar, daß
auch die amerikanische neo-konservative Ideologie jene erstaunliche Propension
habe, gegenteiliges zu produzieren und daß der Wille Washingtons, dem Irak das „westliche"
Modell aufzudrängen, eher dazu führen
werde,
das Modell des Wilden Westens zu exportieren.
Die Franzosen haben zu unterscheiden gewußt zwischen dem amerikanischem Volk und seiner Regierung, als zu der diplomatischen Konfrontation im Kreise des UN-Sicherheitsrates kam. Die Brutalität mancher in Großbritannien oder Amerika veröffentlichten Artikel hat sie schockiert. Was die sogenannten von den Briten und Amerikanern vor der UNO angeführten „Beweise" betrifft, offiziell Produkte ihrer Geheimdienste, so wächst mit jedem Tag das Gefühl einer schlechten politischen Manipulierung – eine Politik, die gar von Seiten des amerikanischen Under-Secretary of Defense Paul Wolfowitz in Person offen und mit Stolz gerechtfertigt wird, ohne die damit verfolgten Ziele darzulegen. Diese Website hat zur Gewohnheit, von jeglicher Polemik abzusehen. Die argumentierte Kritik der Politik oder Diplomatie eines Staates – auch wenn es sich dabei um einen Staat handelt, der in unseren Augen oftmals ein Modell darstellt - erscheint uns unerläßlich.
Am
22. Mai 2003 haben die Außenminister der G8-Staaten, die in Paris den nächsten,
in Evian stattfindenden Gipfel vorzubereiten zusammengekommen sind, beschloßen,
die Zusammenarbeit im Bereich der Bekämpfung des Terrorismus und des
Drogenhandels zu verstärken. So wie von Hans-Ulrich Helfer beschrieben,
überschneiden sich in der Tat seit geraumer immer mehr
die Netzwerke des Terrorismus und der organisierten Kriminalität. Der
amerikanische Außenminister General Colin Powell trifft seinen französischen
Kollegen Dominique de Villepin, bevor er Gast des franko-amerikanischen
Presseklubs ist, der seinen ersten Geburtstag in eben dem Saal feiert, in dem
ein anderer berühmter General, der Marquis de la Fayette, sich bei seiner
Rückkehr aus Amerika mit der Königin Marie-Antoinette unterhielt.
Powell spricht mit offenem Herzen und ohne Text, und gibt Antwort auf die
von
Jim Bittermann,
Christian Malar und der internationalen Presse gestellten Fragen.
Zwischen
Paris und Washington herrschen zwar zur Zeit keine guten Beziehungen, aber
entgegen der Gerüchte, die von einem Boykott französischer Unternehmen sprechen,
gehen die Geschäfte weiter. In ihrem bei Michalon veröffentlichtem Buch Der
große Weltbasar zeigen Bernard Brigouleix und Bruno Delamotte die
Mechanismen auf, die es ermöglichen, die von der Globalisierung aufgeworfenen
grundlegenden Fragen zu verstehen. Sie geben bisher nichtveröffentlichte
Informationen zu dem Kampf, der im Schatten gegen die großen europäischen
Unternehmen geführt wird.
Delamotte, ein Spezialist für Geostrategie, Berater großer französischer
Unternehmen, betont, daß die Europäer vor allem nicht die Arme sinken laßen
sollten mit der Klage, es sei dies alles die Schuld der Amerikaner. In einem vor
kurzem erschienenem Artikel mit dem Titel „Wer
hat von Boykott gesprochen ?" beschreibt er mit Klarsicht und Humor das
Profil jener drei Kategorien von Leuten, die den berüchtigten Boykott am meisten
fürchten : den kalten Realisten, den irrationnellen Angsthaber und den
Opportunisten...
Am
29. April findet in Brüssel ein „Minigipfel" zwischen Belgien,
Luxemburg,
Deutschland und Frankreich zum
Thema der Revitalisierung des Europas der Verteidigung statt. Vorgeschlagen
wird das
Konzept einer Europäischen Union der Sicherheit und der Verteidigung (EUSD).
Konkret hat das Treffen jedenfalls zur Rettung des A-400M beigetragen, nachdem der Präsident der SNECMA in der Tageszeitung Le Monde die herausragende strategische Wichtigkeit dieses Projektes unterstrichen hatte. Zum ersten Mal herrschte mit der Lancierung dieses gemeinsamen militärischen Programmes Einklang zwischen Politik und Wirtschaft, ein erstes großes Rendez-Vous des Europas der Verteidigung, von dem bislang nur viel gesprochen wurde.
Der
Krieg im Irak hat nur einen Monat gedauert : so manche hatten ein neues
Stalingrad vorausgesagt, es kam aber zum schnellen Zusammenbruch einer Armee,
die als eine der mächtigsten auf der Welt dargestellt worden war. Bevor zu
erfahren ist, was wirklich geschah, ist es immerhin möglich,
erste Schlußzüge aus der anglo-amerikanischen Kampagne zu ziehen, so wie
dies der General der Reserve Jean-Pierre Guiochon getan hat. „Die wichtigste
Erfahrung liegt eindeutig in der Bestätigung des ungeheuren Macht- und
Flexibilitätmultiplikators, den die sehr kurze Kette operativer Informationen
darstellt, die die verschiedenen Sensoren mit den Lösungen zur Weitergabe und
Verarbeitung der gesammelten Informationen und, letztendlich, mit den Mitteln
für den militärischen Schlag gegen identifizierte Ziele verbindet. In dieser
Informationskette spielen die Drohnen eine ausschlaggebende Rolle. Die neuen
Reaktionsmöglichkeiten, die digitale C4ISR-Systeme eröffnen, werden zu einer
erheblichen Auflockerung der gegenwärtig noch spielenden Zwänge und der
praktizierten Regeln bei der operativen Planung führen. Dies dürfte mit der Zeit
zu einer tiefgehenden Veränderung der Arbeit der Generalstäbe führen und die
konzeptuelle Betrachtungsweise der Durchführung militärischer Operationen
umwandeln."
Der Krieg wird jedoch immer ein schreckliches Drama und die Konsequenz des
Scheiterns der Politik bleiben, wie es Admiral Guy Labouérie unterstreicht.
Die
Stunde ist für Europa und die Vereinigten Staaten von Amerika gekommen, Wege zu
finden, das Schicksal des irakischen Volkes, dessen Land vom Chaos bedroht ist,
zu verbessern. „Wir
haben die Wahl zwischen zwei Weltsichten" unterstrich Dominique de Villepin
vor dem UN-Sicherheitsrat: „Gewalt
muß ein letztes Mittel bleiben". Es gibt natürlich „Probleme,
die keiner rein militärischen Lösung bedürfen, erklärt Colin Powell in einem
Interview dem Journalisten Christian Malar, der auch in den vergangenen Tagen
die meisten anderen amerikanischen politischen Verantwortlichen getroffen hat.
Unter anderem den Kopf der sogenannten „Falken", Richard Perle, in dessen Augen
„ein
weiter Graben das alte Europa von dem Klub trennt", von dem Frankreich
nunmehr ausgeschloßen ist. Gemäß dem Autor des Werkes Der Feind im digitalen
Zeitalter,
François-Bernard Huyghe, „hat der Krieg im Irak, der
das Chaos (i.e. die von Saddam ausgehende Bedrohung)
zu verhindern bestimmt war, zur Anarchie geführt. Dieser Krieg, der eine
gemeinsame Verteidigung der westlichen Demokratien ermöglichen sollte, hat zur
Teilung Europas und zur Trennung der Alliierten geführt. Dieser Krieg, der die
Region befrieden sollte, wird zu neuen Konflikten führen, deren Keimen wir schon
heute erkennen können. Dieser Krieg, der den Terrorismus ausmerzen sollte, nährt
diesen mit neuen Argumenten und zweifelsohne mit neuen Rekruten". Krieg führen
ist eine Sache, Frieden machen eine andere. Dies ist im Irak festzustellen, wie
auch in Afghanistan. Was den amerikanischen Plan zu Ummodellierung des Vorderen
Orients betrifft, ein Plan, der von ehemaligen Beratern Benjamin Netanyahus und
jetzigen Mitarbeitern Donald Rumsfelds ausgearbeitet worden ist, so ist es
leicht verständlich, daß er in Betracht der Möglichkeit, zu einem wirklichen
Friedensplan zu führen, zahlreiche Diplomaten verlegen, wenn nicht sprachlos,
läßt.
Die tiefgehenden Divergenzen zwischen den verschiedenen NATO- und EU Staaten
während der Krisengipfel in Brussel konnten deutlicher nicht sein. Auf der einen
Seite, die Staaten, die für einen Präventivkrieg gegen den Irak eintreten, ob
mit oder ohne UNO-Zustimmung. Auf der anderen, jene die meinen, ein solcher
Präzedenzfall, in Opposition mit dem Internationalen Recht, öffne den Weg zu
Abenteuern und würde zu unabwendbaren, katastrophalen Konsequenzen im Vorderen
Orient führen, und dies ohne jegliche Lösung für bedrohliche Länder wie
Nord-Korea darzubieten.
Die „Beweise" für unbezweifelbare Verbindungen zwischen Al Qaida und dem Irak,
die am 4. Februar in London von
Tony Blair dem House of Commons dargelegt und am nächsten Tag von Colin
Powell in New York, vor dem UN Sicherheitsrat und einer Milliarde
Fernzehzuschauern wiederholt wurden, haben sich als ein vulgäres Plagiat
erwiesen. Läutet dies unwürdige Vorgehen den Anfang des Endes der
politischen Karriere Tony Blairs ein, wie die Journalisten der BBC es zu meinen
vorgeben ? Am selben Tag, dem 5. Februar, stellt Dominique de Villepin der
Weltöffentlichkeit folgende grundlegende Frage: inwieweit berechtigen Natur und
Ausmass der Bedrohung ein bewaffnetes Einschreiten ?
Warum Krieg führen, wenn die Resolution 1441 noch Raum bietet ?
Der Journalist
Christian Malar hat sich nacheinander mit den wichtigsten Protagonisten des
Dramas, das sich unter unseren Augen wie ein Albtraum abspielt, unterhalten. So
in Algier, am 17. Dezember 2002, mit Dominique de Villepin, der die Meinung
vertritt, dass
alles unternommen werden muß, damit der Einsatz von Gewalt nur eine allerletzte
Lösung darstellt... Am 31. Januar im Weissen Haus, mit Condoleeza Rice, die
ihrerseits meint, dass man
nicht das Risiko nehmen darf, nicht zu handeln. Zwischenstation in New York
am 5. Februar, um
Colin Powells Plaidoyer vor den Vereinten Nationen beizuwohnen. Dann einen
Abstecher zum französisch-britischen Gipfel in Le Touquet, um am 6. Februar im
Kreml den Präsidenten
Wladimir Putin, am Vorabend seiner Visite in Paris, im feierlichen
Ton eine Warnung an Washington vortragen zu hören, darauf hinweisend, dass
eine unilaterale Aktion einen grossen Fehler darstellen würde.
Am 14. Februar, dem Sankt-Valentinstag, hat die gesamte Welt die Augen auf die
zwei UN-Sonderbeauftragten gerichtet. Der Schwede
Hans Blix und sein ägyptischer Kollege
Mohamed El Baradei, Verantwortlich für die
Nuklear-Inspektionen, wollen mit der
Abrüstung des Iraks weitermachen. Beide wollen mehr Zeit für die
UN-Inspektoren und verlangen eine volle Zusammenarbeit von Seiten Bagdads. Der
mit Hoffnung erwartete
Vortrag des Chefs der französischen Diplomatie führt zu Applaus im UNO
Sicherheitsrat, und die Unterstützung von Seiten
Deutschlands, Belgiens, aber auch Russlands und Chinas sowie einer Mehrzahl
von Mitglied-Staaten lässt den Pendel in Richtung einer letzten Chance für
Bagdad schwingen. Dieser von den Vereinigten Staaten angekündigte Krieg, der
Saddam Hussein absetzen soll (um den Diktator durch wen zu ersetzen ?) lässt
vergangen Samstag zehn Millionen Menschen in aller Herren Länder auf die Strasse
gehen. Die Öffentlichkeit mobilisiert sich, insbesondere in London, Rom und
Madrid.
Die kommenden drei Wochen werden für die Zukunft ausschlaggebend sein. Was wird
aus dem transatlantischen Verhältnis, aus den Beziehungen zwischen Europa und
den Vereinigten Staaten, zwischen Paris und Washington, nach dieser Krise ? „Frankreich
ist nich pazifistisch" sagt Jacques Chirac dem
Time Magazine, um die Gemüter abzukühlen. Jenseits des Atlantiks werden
gleichzeitig Kommentare höchst zweifelhaften Geschmackes laut. Zum Thema „Gesagtes
und Ungesagtes in den Beziehungen zwischen Frankreich und den USA" muss die
Lektüre des „Briefes
eines amerikanischen Freundes an Nicolas Polystratu, betreffend den Irak und
andere Orte" empfohlen werden, der gewisse Gewohnheiten und die
hegemonistische Zielsetzung des Onkel Sams darlegt. Admiral Labouérie (Akademie
der Kriegsmarine) bezeigt eine Klarsicht, die jenen die Augen öffnen dürfte, die
„die Hintergedanken eines Riesens begreiffen wollen, der vorhat, in Betracht
seiner eigenen Interessen – unter anderem im Bereich Erdöl – ohne jeden Komplex
über Gut und Böse in der gesamten Welt zu entscheiden und zu richten, und in
dessen Augen nur Ja-Sager gute Allierte sind", wie ein deutscher Diplomat sich
ausdrückte.
Wie Jean-François Deniau, Mitglied des Institut de France, im Figaro schreibt: „Einige unter uns haben nicht aufgehört, sich über die Methoden, die Ziele und die Folgen des angekündigten Krieges Fragen zu stellen. Und einige unter uns wollen auch ganz eindeutig keinen Präzedenzfall für ein Europa, das zu schweigen hat, wenn es nicht einverstanden ist. Denn dies würde für uns, wenn nicht den Rang eines Vasallen, doch zumindest das Verbot unseres Rechts auf eine unterschiedliche Meinung bedeuten. Wozu ein Europa mit einer gemeinsamen Stimme, wenn dies bedeutet, zu fünfzehn oder fünfundzwanzig nichts mehr zu sagen ?" (Le Figaro, 18. Februar 2003).
Mexikanisch-französische Beziehungen:
Beim Anlaß seiner offiziellen Visite in Paris, hat
Präsident Vicente Fox Quesada vor der Presse die Bilanz der Handelsbeziehungen
zwischen seinem Land, Europa und Frankreich gezogen und die wichtigsten
Verantwortlichen der Wirtschaft dazu aufgerufen, in Mexiko zu investieren, einem
Land, das sich heute auf Rang 9 der Wirtschaftsmächte plaziert.
Was die politische Seite seines Besuches angeht,
so hat Präsident Fox, dem das Privileg zuteil wurde, sich von der Tribüne der
Assemblée Nationale aus an die französischen Abgeordneten zu wenden, Mexikos
Vision der „perfekten
Identität der Positionen unserer beiden Staaten" zum
Thema Irak bestätigt, ein Einvernehmen, das in den Reihen der UNO sehr bemerkt
worden war und den Weg zur Ausarbeitung einer von dem UN Sicherheitsrat
einstimmig angenommenen Resolution geebnet hatte. Der Besuch von Präsident Fox,
am Vorabend des kurzen Zwischenaufenthaltes des Hans Blix in der französischen
Haupstadt auf seinem Weg nach Bagdad, wurde von Paris als wichtig bezeichnet.
Mexico hat vor, von nun an im Kreise der Grossmächte auf der Internationalen
Szene zu spielen. Vicente Fox bestätigte dies im Rahmen eines
exklusiven Gesprächs mit Christian Malar,
Chefredakteur bei France 3, das in der Résidence Marigny am 15 November 2002
gehalten wurde.
Die Lektionen der Afghanistan-Krise: Wer hätte, vor nur zwei Jahren, sich vorstellen können, dass eines Tages eine mit Laser-Designatoren augerüstete Einheit der amerikanischen Spezialkräfte zu Pferde die Horden Al Qaedas in den Bergen Afghanistans verfolgen würde ? Die Lektionen dieses Krieges sind heute bei weitem noch nicht alle gezogen. Linda D. Korazyn hat für die AFPS den General der US Marines Peter Face, einen der brillantesten Generäle seiner Generation zu diesem Thema befragt. Seit 35 Jahren im Dienst, spricht der General von der veränderten geistigen Haltung und gewissen „Evolutionen", zu denen die Attentate des 11. September 2001 geführt haben im Kreise des amerikanischen Oberkommandos – das von „Veränderung" und nicht von „Revolution" zu sprechen vorzieht.
11. September 2002: Frankreich befindet sich im Krieg gegen den Terrorismus... und ist sich dessen nicht immer bewusst: Es hat bis zum 11. September 2002 gebraucht, bis (endlich) die Anstrengungen Frankreichs in Afghanistan, ausdrücklich gelobt durch die Vereinigten Staaten von Amerika, von General Jean-Patrick Gaviard dem französischen Senat dargelegt worden sind. Das Terrorismus kein Problem Innerer Sicherheit ist, daran hatt Senator Vinçon erinnert, in dessen Augen es nun für Frankreich an der Zeit ist aufzuhören, sich selbst zu kasteien. Der 11. September war auch der Tag, den die Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie wählte, um ihr Projekt für die 2003-2008 Programmierung der Armeen zu veröffentlichen und, daraufhin, die drei Prioritäten der französischen Regierung darzulegen, die darauf abzielen, den von Präsident Chirac versprochenen Wiederaufbau der Verteidigungskräfte herbeizuführen. Am 30. September kehrten die französischen Piloten, die während des Eingriffs in Afghanistan von Kirghizistan aus operierten, auf die Luftwaffenbasis 133 in Nancy-Ochey zurück. Der Leiter des Generalstaabs der französischen Luftwaffe, General Richard Wolsztynski, zieht eine erste Bilanz der Operation Heraclès vor dem Premier Minister Jean-Pierre Raffarin, der den Willen seiner Regierung, die französische Bevölkerung gegen den Terrorismus zu mobilisieren, erneut betont.
Die Vereinigten Staaten von Amerika brauchen Europa, so wie Europa Amerika braucht: Zum Anlass ihrer ersten offiziellen Visite in Washington hielt am 17. Oktober die französische Verteidigungsministerin vor der National Defense University (auf Englisch) eine Rede. Seit 225 die besten Allierten der Welt zu sein und gleichzeitig das Recht zu haben und auch zu nutzen, ab und zu Divergenzen in den Standpunkten offen auszusprechen, sei nicht unvereinbar. In den Augen von Michèle Alliot-Marie hat Frankreich einen wesentlichen Beitrag zum Kampf gegen den Terrorismus geleistet. „Zu meinen, dieser Terrorismus würde nur auf die Vereinigten Staaten von Amerika abzielen aufgrund ihres Status als Supermacht wäre ein gravierender Fehler". Michèle Alliot-Marie hat zudem daran erinnert, dass Frankreich unter zwei Gesichtspunkten ein Ziel für die Terroristen darstellt : zum einen direkt als westlicher Staat, zum anderen als wichtiger Verbünderter der Vereinigten Staaten in diesem Kampf (gegen den Terrorismus). „Die Bedrohung massiver Zerstörung durch die Terroristen zwingt uns, uns auf einen langwierigen Krieg vorzubereiten [...]". Während des Frage-Antwortspiels bewies die Ministerin erneut ihren Gefallen an klaren und geraden Antworten und bezeigte ebenfalls Sinn für Humor : so antwortete sie auf die Frage „Wird Frankreich der NATO beitreten ?": „Nein, aber Frankreich nimmt in hohem Masse an den NATO Operationen teil, während andere Staaten, die ihrerseits in der NATO integriert sind, an ihnen nie teilnehmen. Was ziehen Sie vor ?".
Weltkrieg ohne geografische Grenzen: Der kaltblütige Terrorakt auf das World Trade Center mit rund 3'000 Toten, der Anschlag von Luxor mit 35 toten; der Giftgasanschlag auf die U-Bahn in Tokio mit über 5'000 Verletzten sowie das Drama der Sonnentempler-Sekte mit über 50 Toten Anhängern aus der Schweiz belegen in schrecklicher Weise, daß die Bedrohung durch sehr unterschiedliche Formen des Terrorismus tatsächlich besteht. Von Hans-Ulrich Helfer, Geschäftsführer der in Zürich ansässigen Berater- und Verlagsfirma Presdok AG. und Mitglied der Schweizerischen Arbeitsgruppe für Kriminologie. Zum Thema Terrorismus verfasste er bereit 1997 namhafte Beiträge zu einem künftigen Superterrorismus, was durch die Vorfälle vom 11. September 2001 vollumfänglich bestätigt wurde. (Zürich, den 28. Juni, 2002).
Der Friedensprozeß ist bei weitem nicht beendet: Die erneuerte Unterstützung der israelischen Regierung durch die Vereinigten Staaten von Amerika im Kontext der schweren Krise, die der Vordere Orient derzeit durchläuft, versetzt die Staatsmänner der arabischen Welt in eine unbequehme Lage. Seine Majestät König Abdullah II., Herrscher über das haschemitische Königreich von Jordanien, ist der letzte hochrangige Besucher, der hierher nach Europa gekommen ist. Seine Botschaft, sowohl vor seinen Zuhörern im NATO-Hauptquartier nahe Brüssel (Belgien), als auch bei seinen zwei Besuchen in Frankreich - zuerst ein Treffen mit der französischen Regierung, dann ein Vortrag vor der Europäischen Parlament in Straßburg - war die der Sorge, aber zugleich auch die eines vorsichtigen Optimismus. Während seines Aufenthalts in Frankreich sprach der König von Jordanien mit Christian Malar, Chefredakteur der Sparte Internationale Angelegenheiten des dritten französischen Fernsehens, France 3. (Hotel George V, Paris, den 13. Juni 2002).
„Ich bin von der Existenz einer Achse des Bösen überzeugt": Am Vorabend
seiner sechs-tägigen Reise durch Europa, hat der Präsident der Vereinigten
Staaten von Amerika, George W. Bush, dem Experten für Internationale Politik und
Chefredakteur des französischen Fernsehsenders France 3, Christian Malar, im
sogenannten Kartensaal des Weißen Hauses ein Exklusiv-Interview gegeben. Nach
einer Etappe in Berlin und dem Unterzeichnen eines russisch-amerikanischen
Rüstungsabkommens in Moskau, wird am 26. Mai George W. Bush in Paris den
Präsidenten Jacques Chirac treffen und danach sich an die Strände der Normandie
begeben, um dort den amerikanischen Soldaten, die während des "D-Days"
ihr Leben verloren, die Ehre zu erweisen. Im Laufe des Interviews mit Malar
sprach Präsident Bush über die Allgegenwart der terroristischen Bedrohung und
wiederholte noch einmal, er glaube fest an die „Axe
des Bösen". Er unterstrich die Notwendigkeit eines anhaltenden Friedens im
Nahen und Mittleren Osten und versuchte, die in Europa formulierten Kritiken
über einen amerikanischen „Unilateralismus"
zu entkräften. Photo Tina Hager, Photodienst des Weißen Hauses (Washington D.C.,
den 21. Mai 2002).
Sicherheit: die Angst muß zur Gegenseite wechseln: Paris - Der neue französische Minister des Innern, Nicolas Sarkozy, hat bei Amtsantritt folgendermaßen seine Mission dargestellt: „Sicherheit bedeutet, daß die Angst die Fronten wechselt und nicht auf der Seite der immensen Mehrheit der Franzosen bleibt, die nur eines wünschen, nämlich in Ruhe zu leben. Sicherheit, das bedeutet die systematische Bestrafung aller Vergehen und den Aufbau regionaler Eingreifgruppen, bestehend aus Richtern, Polizeibeamten, Zöllnern und Steuerbeamten, um den Rechtsstaat wiederherzustellen in Wohngebieten, die heute von regelrechten Mafiagruppierungen beherrscht werden." (France 3, den 7. Mai 2002). Kommentar von François de Vries.
Das Rußland des Wladimir Putin: Seit Wladimir Putins Amtsantritt vor zwei Jahren hat sich sein Image in der rußischen und auch in der westlichen Presse radikal verändert, und dies dank der Bemühungen des Propagandadienstes des Kremls. Inwieweit hat sich Rußland nun tatsächlich bis heute verändert ? Welche sind die Folgen der von Präsident Putin unternommenen politischen Reformen ? Bedeutet die pro-westliche Wende in der rußischen Diplomatie ein Ablegen der traditionnellen sowjetischen und post-sowjetischen Aussenpolitik ? Diese und weitere grundlegende Fragen versuchte Dr. Françoise Thom, Schriftstellerin, Dozentin an der Universität Paris IV - La Sorbonne und Expertin der Sowjetunion, des Kommunismus und des Postkommunismus, zu beantworten während eines vor kurzem im tchechischen Emmaüskloster abgehaltenen Kolloquiums zum Thema "Welche Herausforderungen stellen sich der westlichen Zivilisation und welche Zukunft hat die NATO" ? (Prag, de 26. April 2002).
Der Mittlere Osten am Rande des Abgrunds nach dem Beiruter Gipfel ? Die
Strategie von Ariel Sharon beunruhigt die arabische Welt und die europäischen
Hauptstädte. S.kgl.Hoheit, Prinz Al Fayçal, Außenminister von Saudi-Arabien, hat
kurz in Paris Station gemacht, um ein Gespräch mit seinem französischen
Amtskollegen, M. Hubert Védrine, zu führen. Anschließend hat er Christian Malar,
Chefredakteur von France 3, der gerade aus Beyrouth zurückkehrte, ein
Exklusiv-Gespräch gewährt. (1. Avril 2002).
„Es ist an der Zeit, eine neue Richtung einzuschlagen": Ein Interview mit US Außenminister Colin L. Powell, von Christian Malar (France 3), aufgenommen am 14 März 2002 im State Department, Washington D.C. "Der problematische Aspekt mit dem saudi-arabischen Vorschlag betrifft den Verlauf der Landesgrenzen, über den die beiden betroffenen Parteien ein Abkommen treffen müssen. Saudi Arabiens Vision ist die der Grenzen vor 1967 ; die UN Resolutionen 242 und 338 müssen zudem in Betracht gezogen werden. Diese Sache muß zwischen den beiden Parteien verhandelt werden. Nur ist eine Vision nicht ausreichend. Gebraucht wird auch ein Weg, um diese Vision in die Tat umzusetzen. Und dieser Plan ist es, an dem die Vereinigten Staaten von Amerika mit General Zinni arbeiten, mit dem von George Tenet vorgelegten Arbeitsplan, um dann die sogenannte Mitchell Prozedur in Gang setzen zu können."