Nachrichtenwesen : (Wohl) informiert zu sein tut jeder Regierung Not. Über kompetente Sicherheitsdienste zu verfügen, stellt eine conditio sine qua non zur bekämpfung des Terrorismus. Jedoch müssen auch die Regierenden in der Lage sein, aus den ihnen vorgelegten Informationen Nutzen zu ziehen, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. In unseren demokratischen Staaten sind die Nachrichtendienste „ein Mittel, nicht ein Ziel an sich“, unterstreicht Bruno Delamotte in seinem letzten Buch Frage(n) der Intelligence: Nachrichtendienste im Kampf gegen den Terrorismus, Ende Mai 2004 bei Michalon (Paris) veröffentlicht. Ein Werk, das die Sachverständigen nicht gleichgültig lassen wird. Hier werden die Instrumente des französischen Nachrichtenwesens und ihre effektive Anwendung mit den enormen Mitteln verglichen, über die die amerikanischen Bundesdienste verfügen. Darüber eine kritische Analyse von Bénédicte Suzan, Forscherin an der mediterranen Stiftung für strategische Studien und, neben Jeremy Shapiro, Associate Director des Center on the United States and Europe der berühmten Brookings Institution, Ko-Autor mehrerer Studien über die Bekämpfung des Terrorismus  in Frankreich und auf der europäischen Ebene. Zur gleichen Augenpunkt versammeln sich im Schloß von Wildbad Kreuth (Bayern), auf Einladung der Hanns-Seidel Stiftung, 15 Experten, um Erfahrungen und Probleme auf diesem strategischen Gebiet auszutauschen, damit schon begonnene Reformen optimiert und das Nachrichtenwesen offensiver gestaltet werden können.

Kino und Politik :  Am 22. Mai 2004 wurden, im Rahmen des 57. Festivals von Cannes, die Vereinigten Staaten mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Seit 1956 und Jacques-Yves Cousteau und Louis Malles „Welt der Stille“ ist Michael Moores „Fahrenheit 9/11“ der erste Dokumentarfilm, der diese Trophäe erhalten hat. Der amerikanische Regisseur ist nun endlich sicher, daß sein Film auch in den Vereinigten Staaten von Amerika dem Publikum zugänglich werden wird. Durch die Zensur der Disneygruppe wurde Michael Moore gleichzeitig zum Opfer und zur Berühmtheit. Was auch immer der Grad des allgemeinen Inhalts ist, dieser Film hat den eindeutigen Verdienst, bestimmte peinliche Verbindungen zwischen Politik und Business-Sphäre darzulegen, sowie die etwas beunruhigenden Vermischungen amerikanischer und saudischer Interessen. Jedoch muss der Film mit kritischen Augen gesehen werden, aufgrund des offen dargelegten Willens, einen „Anti-Bush Dokumentarfilm“ zu machen, der Präsenz José Bovés an Michael Moores Seite in Cannes sowie der Tatsache, dass das politische Engagement einiger amerikanischer Jury-Mitglieder wohlbekannt ist. Die goldene Regel des Genres will, dass Fakten und Kommentare getrennt werden, was hier leider nicht geschehen ist. Der Erfolg von Moores Film ist aber auch ein Beleg dafür, das die Vereinigten Staaten von Amerika heute vor einem ernsthaften Problem stehen : Sie sind nicht mehr in der Lage, das Image, das sie von sich vermitteln wollen, zu kontrolieren, wie es noch in den 90er Jahren möglich war. In einer von Libération veröffentlichten Tribüne - und mit dem Talent, daß den Direktor des Observatoriums für Infostrategien kennzeichnet -, erklärt François-Bernard Huyghe, dass die arabischen über Satelliten erreichbaren Fernsehsender, das Internet, aber auch einige amerikanische Medien die USA heute davon abhalten, das „Sichtbare“ zu kontrollieren und sie dadurch in ihrem Handeln Glaubwürdigkeitkeit verlieren. So wendet sich die Macht der Bilder gegen die große Multimedia-Gesellschaft “ in ihrem Kampf „ um Herz und Geist der Menschen“...

Krieg in Irak: Aus all diesen Gründen ist das Land, das Hollywood erfand, heute dabei, den Informationskrieg zu verlieren. Der Konflikt im Irak spielt sich auf drei Ebenen ab: auf der militärischen, auf der medialen und der symbolischen. Es ist natürlich möglich, über den Krieg im allgemeinen, und den Krieg im Irak im besonderen nachzudenken, aber ist die Situation in Afghanistan vielleicht besser? François-Bernard Huyghe ist sehr pessimistisch und hält diesen „4. Weltkrieg“ auf lange Sicht ungewinnbar und den Frieden für undenkbar. Dieser "globale Krieg gegen den Terrorismus" (GWOT: Global War on Terrorism) sollte mit den viel zitierten Massenvernichtungswaffen aufräumen und die Demokratie in Afghanistan und im Irak errichten.

Dafür jedoch hätte es anderer Mittel und der Teilnahme der größmöglichsten Anzahl anderer Staaten bedurft. Im Lande der Demokratie sollte man eine gewisse Transparenz anwenden. Nimmt man jedoch statt der offiziellen Dienste Zauberlehrlinge, Propaganda-Expertengruppen und auf „Regierungskommunikation“ spezialisierte Privatunternehmen in seine Dienste, muss man sowohl in Washington als auch in London darauf gefasst sein, dass irgendwann das Kartenhaus einstürzt. Wunschdenken wird auf Dauer nie die harten Fakten ersetzen.

Ist man auf der Suche nach einer amerikanischen Stimme, bar jeglicher politischer Hintergedanken, um die zehn wichtigsten Fehler zu erklären, die im Irak begangen wurden – darunter einige, die umso unverzeihlicher sind, als das sie voraussehbar waren, sollte man Anthony Zinni anhören. Was der General am 12. Mai 2004 darlegte, war eine regelrechte Anklage. Dieser Held des Vietnam-Krieges und Nachfolger von General Schwarzkopf, der eine zeitlang als Special Envoy im Nahen Osten diente, hat nach dem Ausbruch des Irakkonflikts mit der Bush-Administration gebrochen. Selbstverständlich handelt es sich nicht um den ersten Fall eines hohen Offiziers, der, angewidert von dem, was er als ein Desaster ansieht, laut sagt, was er denkt. Es ist aber das erste Mal, dass ein ehemaliger Chef des US Marine Corps den Kopf seines eigenen Ministers und dessen naher Mitarbeiter fordert. In einem am 24. Mai 2004 erschienenen Buch, geschrieben mit Tom Clancy und Tony Koltz, stellt der ehemalige Kommandant des US Central Command (1997-2000) über jene fest, die diesen Krieg geplant und geführt haben: „es handelt sich hier um eine klare Pflichtverletzung, Fahrlässigkeit und Unverantwortlichkeit, wenn nicht gar um Lüge, Inkompetenz und Korruption“.

Manipulation: Am 13. Mai 2004 stellte François-Bernard Huyghe, in der Tageszeitung Le Monde, folgende grundsätzliche Frage: „Wie kann aus einer Hypermacht eine Hyperzielscheibe werden? Die amerikanische Maschine zur Schaffung von Feinden und die Maschine zur Erzeugung von Groll in der arabischen und islamischen Welt ergänzen sich zur Zeit. Erstere liefert der Zweiten ein Kampf-Gebiet, Gründe zur Klage, Ziele und Motive zum Rekrutieren. Letztere liefert der Ersten Nahrung für ihre Paranoïa: es muss mit denen, die die Freiheit hassen, Schluss gemacht werden.“ So produziert man den unendlichen Krieg.

Massenvernichtungswaffen: Was die Massenvernichtungswaffen betrifft, so geht der schwedische Botschafter Hans Blix, als guter Diplomat, nicht so weit, zu sagen, George W. Bush und Tony Blair hätten gelogen: nein, sie haben uns „irregeführt“. Die Nuance hat ihre Wichtigkeit. „Zu behaupten, sie hätten gelogen, hieße, sie hätten dies absichtlich getan. Ich habe keine Beweise, um dies zu sagen. Um die Sache aber hart und klar zu sagen: Es hat ihnen eindeutig an kritischen Sinn gemangelt, denn sonst hätten sie sich vorsichtiger ausgedrückt.“

Auf seiner Durchreise in Paris hat der UNO-Chefinspektor für Abrüstung, der sein Buch über „Die nicht-auffindbaren Waffen“ bei den Éditions Fayard veröffentlicht, Christian Malar gegenüber keinen Hehl über seine wahre Überzeugung gemacht. Die Lektüre des Buchs ist auf jeden Fall erbauend, was den Willen der Amerikaner betrifft, im Irak zu intervenieren, mit oder ohne die UNO.

Der 4. Weltkrieg: Hat übrigens dieser „4. Weltkrieg“ mit dem 11. September 2001 begonnen? Jean-David Levitte erklärt erklärt in einem Vortrag an der Elliott School of International Affairs der George Washington University, dass die Franzosen diesen „Krieg gegen den Terrorismus“ schlecht verstehen und es vorziehen, „gegen die Terroristen Krieg zu führen“. Auch hier ist die Nuance entscheidend und erweist sich die Wahl der Worte als niemals harmlos.

Die Amerikaner haben Ahmed Chalabi, vormals Liebling der Neokonservativen, fallen gelassen. Dieser Bankier, gegen den Verfahren von der jordanischen Justiz eingeleitet worden sind, hatte an brutalen anti-französischen Kampagnen teilgenommen. Er stützte sich auf seine Mittelsmänner in Washington, unter denen sich einige Schreiberlinge finden, deren Hauptgeschäft darin bestand, Bücher über den vermeintlichen „Verrat Frankreichs“ zu schreiben. Hilfsbereite Fernsehsender wie Fox News haben sie regelmäßig als Gäste eingeladen und dem Publikum als „Ermittlungsjournalisten“ vorgestellt.

Zu viel ist zu viel, nach all den vulgären anti-französischen, anti-deutschen, anti-belgischen und anti-kanadischen Websites (wie "Fuck the French.com", um einen zu nennen, der nun endlich geschlossen worden ist), die plötzlich im Internet zur Blüte kamen? Jenseits einer gewissen Fixierung gibt es offensichtlich eine unerschütterliche amerikanische Subkultur. Nach André Flahaut, belgischer Verteidigungsminister, erachtete der französische Botschafter in den USA, Jean-David Levitte, es für nötig zu reagieren um einige Grundwahrheiten zu unterstreichen und auszurufen: „Give France a break“, was man in undiplomatischer Sprache folgendermaßen übersetzen könnte: „Hört mit dem Blödsinn auf und lasst uns in Ruhe!“. „Heute Bagdad, morgen Paris“, wie beim Einmarsch in den Irak auf einem amerikanischen Panzer zu lesen war: Es war von Anfang an klar, dass die Zukunft schwierig sein würde...

Irak: Dem britischen Premierminister gelang es, die richtigen Worte zu finden, um für jede möglicherweise begangene verwerfliche Tat um Entschuldigung zu bitten. Im Laufe eines Exklusiv-Interviews mit Christian Malar für France 3 betonte Tony Blair mit Überzeugung : „Wir sind in den Irak gegangen, um diese Art von Machtmißbrauch zu beenden, nicht um uns ihm selbst hinzugeben“. Dieses Interview, das in der ganzen Welt viel wiedergegeben und zitiert worden ist, fand nur wenige Tage vor der Entdeckung einer skandalösen Photomontage statt, die darauf abzielte, die britischen Soldaten zu diskreditieren. Die Verhaftung der vier Verantwortlichen hat die Spannung um einiges fallen lassen. Doch die britische Beteiligung am Eingriff im Irak und vor allem die bedingungslose Anpassung an G. W. Bushs Linie betreffend Ariel Sharon sind weit davon entfernt, für Einstimmigkeit in Großbritannien zu sorgen. So beschuldigten am 26. April 2004 52 Diplomaten des Foreign Office Tony Blair, sich einer zum Scheitern verurteilten amerikanischen Politik unterworfen zu haben und verlangten ein grundlegendes Überdenken der Strategie für den Nahen Osten, was nicht wenig ist. Eine Warnung, die nach dem Aufmucken von etwa 60 amerikanischen hohen Diplomaten stattfindet, die sich beunruhigt zeigen über das derzeitige Abdriften der amerikanischen Außenpolitik und - unter anderem - einer ganz offensichtlich pro-israelischen Haltung die nur den amerikanischen Interessen direkt nicht dient, sondern vielmehr die USA in der arabisch-islamischen Welt diskreditiert, ohne den israelischen Interessen wirklich zu dienen. Ob es sich um den Irak oder den Vorderen Orient Tony Blair handelt erntet wenig Früchte für die unerschütterliche Unterstützung, die er G.W. Bush bisher entgegen gebracht hat. Dennoch: die britische Regierung hat wenigsten den Willen, im Rahmen des Möglichen schnellstens einen ehrenhaften Ausweg aus der Krise zu finden. Der britische Sondergesandte im Irak, Sir Jeremy Greenstock, hat während seines Besuchs in Paris Christian Malar anvertraut, er mache sich keine großen Illusionen über die Chancen, die für Juni von Washington geplanten Ziele zu respektieren. In seinen Augen wird es weit mehr Zeit bedürfen, den Irak zu stabilisieren.

Die Natur hasst das Vakuum: Die Rückschläge häufen sich für den amerikanischen Präsidenten während der Wahlkampfes. Die Wiederwahl erscheint heute bei weitem nicht mehr automatisch gegeben. Vor allem macht G.W. Bush den Eindruck, wie Christian Malar unterstreicht, über keinen klaren Plan zu verfügen, um aus der Krise herauszukommen und den Irak zu stabilisieren. Sein demokratischer Gegenspieler tut sich auf diesem Feld auch schwer. Die Situation im Irak ist vor Ort militärisch schwierig und stellt in Washington und in der Welt ein politisches Desaster dar seit den Enthüllungen, durch die die Verfehlungen einiger weniger die Ehre der ganzen US Army beschmutzt haben. Dieses Verwischen der Grenzen, die Indienstnahme von Hilfskräften ohne wirkliche Ausbildung, der Gebrauch von Söldnern oder von Einheiten, die eher als „speziell“ denn als „spezial“ bezeichnet werden sollten, entspricht nicht dem Geschmack professioneller Militärs. Diese waren denn auch die ersten, die ihre Hierarchie über die Mißtände alarmiert haben. Ganz oben wollte man jedoch offensichtlich nichts hören. Die Glaubwürdigkeit des Präsidenten und seines Verteidigungsministers ist stark angeschlagen. die Zukunft schwer angeschlagen. Es ist schwer vorstellbar, dass der kommende NATO-Gipfel in Istanbul den Aufbau einer Streitkraft unter amerikanischer Führung beschließen wird. In der arabischen Welt ist das Unverständnis dem Gefühl des Verlassenseins gewichen.

Nah Ost: Wie könnte das Chaos im Nahen Osten vermieden werden ? Am 19. April 2004, während seines Besuches in Paris, hat der ägyptische Präsident Hosni Mubarak erneut die Alarmglocken geläutet, nachdem sich Ariel Sharon und G.W. Bush unter vier Augen getroffen hatten. Jordaniens König, auf Reise in den USA, hat seinen Besuch im Weißen Haus vertagt. Die Ergreifung Saddam Husseins hat in nichts zur Lösung des israelisch-arabischen  Konflikts beigetragen. „An guten Ideen fehlt es nicht, aber sie werden nie in die Tat umgesetzt... An was es mangelt, sind die Garantie-Mechanismen.“ Der Botschafter der arabischen Liga in Paris, Nassif Hitti, Gast des Franco-amerikanischen Presseklubs, legt zwei Widersprüche dar: auf der einen Seite zu viel „Unbeweglichkeit“, auf der anderen „zu viele überstürzte Handlungen“. Eine Überzeugung dieses kultivierten Mannes, der sich durch eine gewisse Direktheit auszeichnet, lautet: Die Zeit ist der Feind des Friedens. Die Verschlechterung der allgemeinen Situation könnte jedenfalls zum Auftreten eines „dritten Weges“ für die Länder des Südens führen, den „Weg des kleinen Drachens“, wie in der Herausgeber Richard Labévière in Radio France International bezeichnete.

Terrorismus: Von allen Aussagen vor der nationalen Untersuchungskommission zum 11. September – von denen einige sehr erbauend sind – hebt sich eine besonders ab: Botschafter J. Cofer Black, ehemaliger Leiter der Sparte Anti-Terrorismus der CIA, bekennt: Was auch immer die Mittel sind, die den Nachrichtendiensten für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt werden, die politische Sphäre wird immer ihren Teil der Verantwortung tragen. Seine Ansicht lautet: „Der einzige Weg, den Terrorismus zu bekämpfen besteht darin, die Probleme, die den Terrorismus erst entstehen lassen und nähren zu bekämpfen.“ Eine Ansicht, die an die Rede von Jacques Chirac vor der UNO erinnert: Terrorismus nimmt häufig die Frustrationen zum Vorwand, die durch nicht gelöste Konflikte entstanden sind.

Jubiläum der Entente Cordiale: Königin Elisabeth II und der Herzog von Edinburgh sind nach Frankreich gekommen, um an der Feier des einhundertsten Jubiläums der Entente Cordiale teilzunehmen. Frankreich ist sich wohl dessen bewusst, was es dem Vereinigten Königreich schuldig ist. Jenseits der offiziellen Reden und auch der nicht zu leugnenden Divergenzen, ist es eindeutig, dass das, was Frankreich und Großbritannien eint wichtiger ist als das, was beide Staaten trennt. Die Entente Cordiale, ein Sieg der Weisheit über die Leidenschaften, ist ein Abkommen, das den Grundstein für eine entscheidende Allianz legte. Nach einem Jahrhundert manchmal stürmischer Beziehungen, wie es nicht ohne Humor der Leiter des Foreign Office, Jack Straw, bemerkte, finden heute die ernstesten Zusammenstöße zwischen Frankreich und Großbritannien auf den Sportfeldern statt.

Algerien: Präsident Abdelazziz Bouteflika hat mit Leichtigkeit die Wahlen für eine zweite Amtszeit über fünf Jahre gewonnen. Nach schwierigen Jahren ist Algerien heute, nachdem der innere Frieden gefestigt werden konnte, auf dem Weg des wirtschaftlichen Wiederbelebung. Im Laufe eines langen Exklusiv-Interviews, das eine Woche vor Begin der Wahlen stattfand, legte Präsident Bouteflika Christian Malar seine drei Prioritäten, für den Fall seines Wahlsieges dar.

Der französische Präsident Jacques Chirac legte Wert darauf, sich persönlich am folgenden Tag nach Algier zu begeben um dort eine „einmalige Partnerschaft“ zu zelebrieren und zu einem wiederholten Male dem Willen zu einer starken Beziehung zwischen Frankreich und Algerien Ausdruck zu geben.

Europa: Und was tut Europa? Am vergangenen 1. Mai hat es sich, wie geplant, nach Osten und Süden hin erweitert. Nun heißt es sich zu organisieren, ohne unsere Sicherheit und unsere Verteidigung zu vergessen. Noëlle Lenoir hat in Washington daran erinnert, welch treibende Kraft Deutschland und Frankreich auf diesem Gebiet bisher dargestellt haben. Auch Großbritannien ist sich im Klaren darüber, dass Europa in Sachen Verteidigung einer Stärkung bedarf. Daher ein gewisser Optimismus von Seiten des Generals Henri Bentégeat, Chef des Generalstabs der französischen Armeen, der vor dem von dem Institut des Hautes Études de la Défense Nationale (IHEDN) am 22. April 2004 organisierten trilateralen Seminar zur Ausbildung in Sachen europäische Sicherheit und Verteidigung eine Rede hielt. „Europa ist eine Frage der Seele“. In Anbetracht des neuen Sachverhalts Europas unterschied der General „drei dominante Faktoren, drei Gebiete, die Beunruhigung begründen, und drei Gründe, um zu hoffen“. Der französische Verteidigungsministerin, Michèle Alliot-Marie, hat ihrerseits an die drei Ziele erinnert, die Europa anstreben sollte, um seine Verteidigung zukünftig garantieren zu können: (1) in der Lage sein, seine Bevölkerung, seine Interessen und seine Werte überall dort zu verteidigen, wo dies nötig sein sollte; (2) über eine autonome Lagebeurteilungs- und Aktionskapazität zu verfügen; (3) in strategischer und technologischer Hinsicht nicht von anderen abhängig zu sein. Warum dann nicht über das Europa des Weltraums und die transatlantische Zusammenarbeit nachdenken, wie es Didier Compard getan hat?

Was aber die wirtschaftliche Verteidigung Europas betrifft, so ist die Feststellung anderer Natur. François Mitterand sagte einmal: „Europa befindet sich im Krieg mit den USA, ohne sich dessen bewusst zu sein“. Europa muss den Geschmack an der Offensive wiederfinden, wie es Bernard Carayon, Autor eines Bericht über wirtschaftliche Intelligenz, andeutet und also Valéry Lügen strafen, „in dessen Augen schon 1931 Europa nur ein Ziel hatte, nämlich durch eine amerikanische Kommission regiert zu werden“. „Die industrielle Geschichte Europas resultiert auch aus einer Folge von Verzichten und politischer Naïvität“. „Die Ausbildung zur Economic Intelligence ! Hier sieht man das Beste neben dem Schlechtesten... Einige klarsichtige, vereinzelte Geister, die niemand anhörte und ernst nahm, und auf der anderen Seite ganze Horden von Scharlatanen, die ihr leeres Gerede mit angelsächsischen Ausdrücken ausschmücken und Lösungen zur passiven Wettbewerbsüberwachung als revolutionäre Methoden darstellen! Ziel und Mittel sind in Frankreich verwechselt worden. “Man muss hoffen, dass die Nominierung Alain Juillets ein Zeichen dafür ist, dass der Staat seine Verantwortung auf diesem Gebiet erkannt hat und dass sie auch ein Denk- und Handlunganstoß für Europa darstellt. Wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, schwächen bestimmte amerikanische Investmentfonds das Europa der Verteidigung, und die Situation ist sehr heikel. Wie sehr richtig von Dr. Sorbas v. Coester unterstrichen, ist es längst an der Zeit für Europa, seine Prioritäten in Sachen Weltraumtechnologien, Network Centric Warfare und Internet neu zu bestimmen, bevor es wirklich zu spät ist !

Georgien: Wer interessierte sich vor nur sechs Monaten für Georgien ? Damals wurde das Land noch von Eduard Shevardnaze, dem sogenannten „weißen Fuchs“, dem letzten sowjetischen Minister für Auswärtige Angelegenheiten, regiert. Er und die Mitglieder seines Clans hatten das Land in Besitz genommen und unter sich aufgeteilt. Dies bis zu jenem Tag im November 2003, als die Sachlage sich mit der „Revolution der Rosen“, angeführt von Mikhael Saakachwili, Justizminister im Jahre 2001 und danach Präsident des Kommunalrates von Tbilissi, mit dem Programm, die Korruption auszumerzen und seinem Land eine europäische Orientierung wiederzuverleihen, von Grundauf veränderte. Nach durch Schevardnadzes Clan grob manipulierten Wahlen, besetzten Mikhael Saakachwili und seine Anhänger zu Tausenden das Parlament, eine Rose in der Faust. Das Volk geht auf die Straße, und Schevardnaze ist gezwungen, abzudanken. Am 4. Januar 2004 finden endlich, unter internationaler Kontrolle, richtige Wahlen statt. Der charismatische Saakachwili gewinnt mit 96% der Stimmen, zur großen Verwunderung Rußlands und der USA. Am 25. Januar legt er seinen Amtseid ab und beginnt mit der Arbeit. Saakachvilis Priorität in Sachen Innenpolitik ist, das Land wieder in Gang zu bringen durch die Bekämpfung der allgegenwärtigen mafiösen Gruppen. Dies führt zur Verhaftung mehrerer ehemaliger Minister oder hoher Staatsdiener. Einige werden vor die Wahl gestellt, die hinterschlagenen Summen zurückzugeben oder im Gefängnis zu verfaulen. Was die auswärtige Politik betrifft, so unternimmt der neue Präsident eine diplomatische Tournee, die ihn nach Straßburg, Berlin, Moskau, Washington, Baku und Paris führt. Als guter Stratege hat Saakachvili den Sinn für Symbolik. Er zeigt sich sehr direkt und drischt keine leere Phrasen. In Straßburg stellt er seine ehrliche Verbundenheit mit Europa unter Beweis.

Hier im Westen Europas hatte er ehedem Sandra Roelofs, seine spätere Ehefrau, kennen gelernt. Wie Patrick Forestier in Paris Match geschrieben hat, stellt sie „seine einzige Rivalin im Herzen seines Volkes dar“. Diese Niederländerin hat ihr Adoptionsland, daß in ihren Augen erst noch die Demokratie erlernen muß, kennen und lieben gelernt. „Michas Anhänger im Ausland zählen sich auch zu Tausenden innerhalb der georgischen Diaspora, in New York, in London wie auch in Paris. Auf die Frage, auf wessen Seite er nun eigentlich ist, antwortet Saakachwili wie er es Xavier Lambrechts gegenüber auf TV5 gemacht hat: “Ich bin nicht pro-amerikanisch, ich bin nicht pro-russisch, ich bin pro-europäisch weil ich Georgier bin“. Hört, Hört. Und dies wiederholt er in Berlin vor den Deutschen, die seinem Land eine Notfallshilfe gewährten als Rußland ihm, mitten im Winter, Strom und Heizkraft abgestellt hatten... Und auch in Washington vor Präsident Bush, in New York vor der UNO, in Moskau vor Präsident Putin und natürlich in Paris, wo er ganz offensichtlich auf gleicher Welle mit Jacques Chirac war.

Frankreich, wie alle seine Partnerstaaten der EU, hat seinerseits versprochen auf Seiten Georgiens zu sein und das Land in seinem Streben zu unterstützen, eines Tages einen seriösen Kandidaten für den Eintritt in die Europäische Union darzustellen. Bei seiner Abreise aus Paris erbat Saakachvili und sah sich von Jacques Chirac und Dominique de Villepin eine außerwartete Gunst gewährt: Frankreich möge Georgien den französischen Botschafter in Tbilissi, Salomé Zourabichvili, zur Verfügung stellen !  Solch einen, wenn nicht in den Annalen der Diplomatie einzigen, doch außergewöhnlichen Fall hatte es zuletzt mit dem General Milan Rastislav Stefanik gegeben, der auf diese Art zum tschecho-slovakischen Kriegsminister geworden war.

Zehn Tage später war jene, die alle schon, in Paris wie auch in Tbilissi, „Salomé“ nennen, schon zu einer Prominenz der zukünftigen Regierung geworden, die Anfang April aus den Wahlen resultieren sollte. Salomé ist aber jetzt schon, aufgrund der gespannten Lage in Angesicht u.a. der adjarischen Krise, dem abgehenden Parlament vorgestellt und für die Übergangszeit als Minister für Auswärtige Angelegenheiten ins Amt eingesetzt worden. Ihre erste offizielle Rede vor dem diplomatischen Korps und den Beamten ihres Ministeriums hat die, die sie kennen, kaum verblüfft. Der totale Bruch mit der Vergangenheit muß zur Realität werden. Georgien ist ein Land, in dem die Europäer und die Amerikaner, gemeinsam arbeiten können um ein Modell für den gesamten Kaukasus aufzubauen.

Solche Parolen und Visionen beunruhigen natürlich für all jene Potentaten, Diktatoren und andere Kriegsherren, die heute in den Republiken der Ex-UdSSR an der Macht sind, aber auf längere Sicht sollte sich eine solche Politik auch für Moskau auszahlen. Georgi Mamoulia, ehemaliger georgischer Diplomat auf Posten in Moskau, heute Universitäts-Gelehrter und Forscher in Paris, spricht von diesen  tiefen Wunsch Georgiens nach Europa und hat vor kurzem die Website france-georgie.org eröffnet, um all jenen Information zu bieten, die sich für die Realitäten und der Geschichte eines Volkes interessieren, daß, eines der ältesten christlichen Länder überhaupt, die Invasion der Bolschewiken und die ganze mit ihnen kommende Barbarei, die man sich vorstellen kann, erleben mußte, dann nach Jahrzehnten eine Unabhängigkeit gewann die zuerst einmal von einem heute gestützten Apparatschik in Beschlag genommen worden war. Heute strebt Georgien danach, seinen Platz im Konzert der europäischen Nationen wiederzufinden und eine treibende Kraft im Kaukasus darzustellen. Eine Gelegenheit für uns Europäer wie auch für die Russen zu zeigen, daß die wirtschaftliche Entwicklung, gekoppelt mit dem Kampf gegen die organisierte Kriminalität, sich mehr auszahlt als von der Mafia geleitete Parallellwirtschaften unter der Kontrolle von parasitären Apparatschiks, daß sie gleichzeitig den Wohlstand der Bevölkerung erhöht und zu einem für alle Parteien profitablen Austausch führt – nur nicht, so sei gehofft, für die Gauner !

Abhörzentrum von Domme, (Dordogne, Frankreich) Photo Eric Jeannet © Wiederverwendung verboten.Nachrichten Dienste: Im Bereich der Terrorismusbekämpfung, sind einige Staaten besonders aktiv. Dies ist der Fall Frankreichs, dessen Mittel nicht einer systematischen Überwachung der globalen Kommunikationen dienen – dafür müßten die bestehenden Ressourcen mindestens verzehnfacht werden -, sondern der Überwachung geziehlter Netzwerke und der Verfolgung identifizierter und als potentiell gefährlich eingestufter Gegner. Dank ihrer technischen Lösungen wird die französische DGSE (Generaldirektion für Auswärtige Sicherheit) als einer der effizientesten Nachrichtendienste der Welt angesehen. Selbst Präsident Bush kam nicht umhin, sie in der letzten Zeit mehrfach betont zu würdigen. Zum ersten Mal öffnete sich das Abhörzentrum von Domme (Dordogne) für zwei Journalisten von France 3, Pierre Babey und Eric Jeannet. So wohnten beide live dem Abhören der von identifizierten Terroristen geführten Telephongespräche und dem Abfangen der von ihnen versandten Telekopien bei, die einen klaren Verstoß gegen das Embargo im Bereich des Handels mit Atomindustriekomponenten belegten. Was den Kampf gegen die Verbreitung nuklearer Waffen angeht, ist der Iran unter sehr intensiver Überwachung.

Bruno Delamotte im Gespräch mit Elise Lucet von France 3. Photo © European-Security.orgWenn man nicht die Mittel seiner Politik hat, muß man sich mit der Politik seiner Mittel begnügen. Frankreich, ein Land, daß gegen Reformen allergisch ist, muß sich dennoch den Gegebenheiten der modernen Welt anpassen. In diesem Land erscheint es schier unmöglich, den Reformen ein Format zu geben, daß die allgemeine Zustimmung fände, daher die Mißtimmung zahlreicher Kategorien von Arbeitsnehmern, die letztendlich zu Reaktionen führt, die alle Bürger betreffen. Nach den Ärzten, demonstrierten wütende Gendarmen und Feuerwehrmänner, um sie nicht zu vergessen, und es kam gar zu Konfrontationen mit der Polizei. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung, hat Frankreich wohl nicht zu viele, sondern falsch eingesetzte Beamte, die nicht da sind, wo sie wirklich gebraucht werden. Einige, unter ihnen die Diplomaten im Auswärtigen Dienst, geniessen Vorteile einer anderen Epoche. Trotzdem haben die Diplomaten nicht gezögert, ihrerseits auf die Strasse zu gehen und mit weiteren Aktionen zu drohen. In der Tageszeitung Le Figaro analysiert Bruno Delamotte die „diplomatische Misere", die alles, nur nicht eine diplomatische Krankheit ist.

Perre Casadebaig, WorldSpace General Direktor für Frankreich. Photo European-Security.org ©Ob auf einer Reise im Ausland, ob in der Wüste oder auf dem Meer, ist es nun mit WorldSpace möglich, per Satellit seinen Radiosender in digitaler Qualität zu empfangen, und noch viel mehr. Das Indiensttreten des ersten audionumerischen Informationssenders via Satellit bedeutet nicht allein unter technologischen Aspekten eine Revolution. Die bedeutendsten internationalen Informations- u. Musiksender sind gratis zu empfangen, wie auch von der UNESCO koproduzierte pädagogische Programme. Das Ziel, niemanden zu vergessen, ob man nun in fernen ländlichen Gebieten wohnt oder nicht, ob arm oder reich. Auch ohne Internetanschluss wird es von jetzt an möglich sein, zu festgelegten Zeiten die jüngste Ausgabe der Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung oder das Handelsblatt in digitaler Form zu erhalten. Radio France Internationale (RFI), das französische Auswärtige Amt und die amerikanische Armee haben den Nutzen gesehen in einem kleinen Radiosender, der wenig kostet und dennoch hocheffizient ist. Pierre Casadebaig stellt hier WorldSpace und seine kleinen digitalen Empfänger vor, die schon jetzt auf dem Internet zu sehen sind und ab Anfang des kommenden Jahres kommerzialisiert werden.

Bénédicte Suzan, Forshungsbeauftragte bei der Mediterranen Stiftung für Strategische Studien © Photo Bertrand SeuxMittelmeer: Am 2. und 3. Dezember 2003 wird die französische Regierung in Neapel vorschlagen, den "euro-mediterranen Prozeß"  wieder in Schwung zu bringen. Die euro-mediterrane Partnerschaft ist seit dem Wiederbeginn der Intifada im Herbst 2000 ins Stocken geraten, und die amerikanischen Ansprüche, den Vorderen Orient umzumodellieren, öffnen die Dose der Pandora. Die Feststellung, die Bénédicte Suzan, Forschungsbeauftragte bei der Mediterranen Stiftung für Strategische Studien, macht, ist alarmierend. Die Stunde ist also treffend gewählt, um den Geist der euro-mediterranen Zusammenarbeit wiederaufleben zu lassen, wie von Suzan angeregt. Es handelt sich hier um eine Notwendigkeit für Europa. Es geht um dessen eigene Sicherheit. Im Bewustsein, den Süden nicht auschließen zu können während man sich dem Osten öffnet, sollte, als Ausgleich zur Ausdehnung der EU nach Osten, der Aufbau im Mittelmeerraum einer Zone des geteilten Friedens und des Wohlstands die EU-Mitgliedstaaten, die Anreiner des Mittelmeeres sind, mobilisieren. Den euro-mediterranen Dialog zu unterbrechen würde unvermeidbar dazu führen, die wirtschaftliche Entwicklung einiger gemäßigten Staaten, die schon jetzt von Aufleben des religiösen Integrismus bedroht sind, noch weiter abzubremsen.

Admiral Guy Labouérie, Mitglied der französischen Marine-Akademie. Archiv Photo © European-Security. "Der islamische Integrismus nährt sich gleichzeitig aus der wirtschaftlichen Marginalisierung der arabo-musulmanischen Welt, die stattfindet, obschon letztere seit einem halben Jahrhundert mit dem Erdöl über leicht zu nutzende natürliche Reichtümer verfügt ; aus der Verzweiflung der technischen Eliten in Anbetracht der Unmöglichkeit, ihre Gesellschaft zu reformieren, was zu einer Kultur des Verlierens führt, die grundverschieden ist von der Kultur des 'scheinbaren Verlierens' der christlichen Geisteswelten - eine Kultur, die auf der Analyse, einer andauernden Infragestellung und einem steten Vorwärtsdrängen, Faktoren der erfolgreichen Entwicklung des Abendlandes im Laufe der vergangenen Jahrhunderte, basiert - ; endlich, aus einem nihilistischen Märtyrertum, der aus der Diskrepanz entstanden ist zwischen dem Anspruch, die alleinigen Empfänger der ' wirklichen' Offenbarung zu sein, und der erbärmlichen materiellen Realität, in der die weitesten Teile der Bevölkerung zu leben haben, die zur Verachtung der Nichtgläubugen, aber auch des eigenen Lebens führt.' Dies ist ausführlich detailliert im Letzten Brief des Nicolas Polystratu and John Smith, den der Admiral Guy Labouérie, Mitglied der französischen Marine-Akademie, veröffentlicht hat. "Ein Großteil der Nationen dieser Welt ist auf der Suche nach einer Identität, die oftmals schwer auszumachen ist aufgrund des Mangels an Geschichte oder an Gedächtnis, aufgrund auch des Schmerzes und der Spaltungen, die der Kolonialismus aufgeworfen hat, und unserer Unfähigkeit, Verantwortliche hohen Niveaus auszubilden, die unsere Nachfolge anzutreten. Die Anwendung von Gewalt löst nicht alle Probleme."

Französischer Außenminister Dominique de Villepin vor dem franco-amerikanischen Presseklub. Paris, den 13.November 2003. Pohto © Joël-François Dumont.   Die gleiche Einsicht wurde am 13. November 2003 durch Dominique de Villepin vor dem franco-amerikanischen Presseklub vorgetragen. Nach Darlegung der französichen Vision des Ausarbeitens, in Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft und der UNO, eines annehm- und ehrbaren Ausweges aus der irakischen Krise, bot der Chef der französischen Diplomatie erneut der amerikanischen Regierung Frankreichs Hilfe an, bevor er sich Christian Malar anvertraute: "Wir glauben nich, daß es für das irakische Drama rein sicherheitliche oder militärische Lösungen gibt, wir glauben an eine politische Herangehensweise, die darauf beruht, die Souveränität der Iraker wiederherzustellen indem ihnen die Verantwortung für ihr eignes Schicksal anvertraut wird". Ganz offensichtlich hat Villepin Überzeugungen und seine Analyse erscheint solide, ausgenommen vielleicht einen Punkt:  ja, es muß schnell gehandelt werden, aber wie soll eine Gruppe von Verantwortlichen gefunden werden, die in Bagdad als legitim angesehen werden kann nach all dem Mißkredit, der die von Washington vorort gebrachten Irakern zeichnete ? Hierin hat die UNO ein wirkliches Know How. Wie es Präsident Jacques Chirac in New York erneut unterstrich: es gibt keine Alternative zur UNO.

Generl Colin L. Powell; US Außenminister im Gespräch mit Christian Malar in Brüssel. Photo © Tariq Nasri.Am 18. November 2003 brachte Colin Powell in Brüssel Rechtfertigungen für den Eingriff im Irak vor und erklärte den französischen Plan, der darauf abziehlt, noch vor Ende dieses Jahres eine Regierung aufzubauen, die von den Irakern selber als legitim angesehen würde, als verfrüht. Powell setzt seinerseits auf kommenden Juni. Der feste, aber entgegenkommende Ton, den der amerikanische State Secretary im Exklusiv-Gespräch mit Christian Malar anschlug, stand im starken Kontrast mit der Haltung des Chefs des Pentagons, in dessen Augen ein Beispiel mit Frankreich statuiert werden muß. Von dieser Meinung läßt Rumsfeld nicht ab. Als Folge sind wiederholt die meisten franco-amerikanischen militärischen Treffen hohen Niveaus verschoben worden. Zudem wurde Frankreichs Teilnahme am Foreign Comparative Testing Program, dessen Ziel ist, von Freundesstaaten oder Allierten produzierte militärische Ausrüstung zu testen und zu erwerben, abgelehnt. Bei der Erläuterung der 27 von anfänglich 43 erwägten Programme, die letztendlich gewählt wurden, rechtfertigte Oberstleutnant Reiner vor der Presse, am 13. November in Washington, den Ausschluß Frankreichs für das Jahr 2004. Diese Unverantwortliche Haltung, Teil nur einer ganzen Reihe von Strafmaßnahmen, könnte eines Tages zu wohlverdienten Gegenmaßnahmen führen. Jene, die die « Neo-Cons » unterstützen und offen für eine Abstandnahme gegenüber Deutschland und Frankreich plaidieren, sollten lieber zweimal daran denken, bevor es zu spät ist. Wie es Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie formulierte: « Allierte handeln als Allierte, wen sie wie solche behandelt werden…».

Hillary Rodham Clinton, Senatorin von New York im Gespräch in Paris mit Christian Malar, Chefredakteur von France 3 Fernsehen. Photo © Joël-François DumontFrau Laura Bush im Gespräch in Paris mit Christian Malar. Photo © European-Security.orgIn den Vereinigten Staaten, während so manche Republikaner sich Fragen stellen zu den Ungereimtheiten und zu den Grundlagen des militärischen Eingriffs im Irak, machen die Demokraten Kampagne mit dem Anliegen, daß Rechenschaft abgegeben werde zu den groben Fälschungen, die im Namen der amerikanischen und der britischen Nachrichtendienste durch George W. Bush und Tony Blair vorgetragen worden waren. Die Attentate häufen sich und die Türkei, Opfer von Attentaten bisher unbekannten Ausmaßes, wird nicht verschont. Die gemäßigten arabischen Staaten, die den radikalen Islamismus abgelehnt haben, bereiten sich nun auf das Schlimmste vor, während Europa sich wie immer geteilt zeigt wenn es darum geht, seine Verantwortung zu bejahen.

Welch ein Fiasko bereitet sich vor, wenn dies sich nicht baldigst ändern sollte ! Mit einfachen Frau Madeleine Allbright, frühere US Außenministerin in Paris im Gespräch mit Christian Malar. Photo © European-Security.orgWorten, das Gefühl gebend, ehrlich zu sprechen, haben drei Amerikanerinnen die Franzosen bewegt. Nach dem Besuch der Senatorin von New York, Hillary Rodham Clinton am 2. Juli, die viel beachtete Visite der Ersten Dame der Vereinigten Staaten von Amerika, Laura Bush, die am 1. Oktober, nach 19 Jahren amerikanischer Abwesenheit, die Beziehungen zu der UNESCO wieder Aufleben ließ.

Last but not least, legte Madeleine Albright dar, wie sehr ihr das derzeitig so schlechte Image Amerikas Kummer bereite. Alle drei Damen haben Christian Malar ihre Ansicht zur Zukunft der franco-amerikanischen Beziehungen anvertraut. Sollten die (amerikanischen) Frauen diplomatischer als die Männer sein ?

"Der 11. September, die Grande Guerre der Amerikaner". Buch von Bruno Cabanes und Jean-Marc Pitte veröffentlicht bei Armand Colin. Photo Armand Colin ©Am 11. September fanden in New York und Washington, aber auch an vielen anderen Orten auf der Welt, zahlreiche Gedenkzeremonien statt. Auch mehrere Kolloquien wurden an diesem Tage abgehalten. Es war jedoch insbesondere ein Buch, das unsere Aufmerksamkeit erweckte:  Der 11. September:  die "Grande Guerre" der Amerikaner, veröffentlicht bei Armand Colin. "An einem Dienstag, den 11. September 2001, ist Amerika in den Krieg eingetreten, und dies vorraussichtlich für eine lange Zeit. Die Mobilisierung war bedacht "vollständig, symbolisch und kulturell". Zum Einpauken wurde zu klassischen Themen gegriffen: "Opferkult, Heroïsierung der Überlebenden, Trauerzeremonien und Perspektive des Wiederaufbaus, Bestimmung eines inneren und äußeren Feindes …". Alleine eine zu heiligende Einheit werde dem Lande erlauben, gestärkt diese Prüfung zu bestehen. Die Betrachtungen des Historikers Bruno Cabanes, Autor einer Doktorarbeit über die Rückkehr der französischen Soldaten im Jahre 1918, und des Journalisten und Reporters Jean-Marc Pitte, der damals das tragische Ereignis in New York für den Sender France 3 verfolgt hatte, wirft ein neues Licht auf die Beweggründe und Triebfedern eines Volkes, das seitdem darauf hofft und dahinzuarbeiten meint, daß der 11.09.01 sein "Letzter aller Kriege"  war.

General Milan Rastislav Stefanik. Photo © European-Security.orgSlovakei: Die großen Strategen, die das vorige Jahrhundert gezeichnet haben, zählen sich an den Fingern einer Hand. General Milan Rastislav Stefanik zählt ganz gewiß zu den visionären Staatsmännern. Dieser Tatsache zum Trotz nennen ihn die französischen Geschichtsbücher in keiner Weise und die militärischen Archive besitzen nicht einmal ein Photo dieses Mannes, der 1914 sich mit 32 Jahren als einfacher Kaporal verpflichtete, drei Jahre darauf zum General der französischen Armee ernannt wurde. Joël-François Dumont machte vor kurzem einen Besuch in der Slovakei, um Informationen zu jenem Manne zu sammeln, den die Slovaken als Gründungsvater der modernen Slovakei betrachten. General Stefanik war das Bindeglied zwischen Frankreich und der Tschechoslovakei bishin zu seinem tragischen Tod, als warscheinliches Opfer eines Komplotts. Die slovakische und die französische Post haben Oberst de Lannurien. Archiv Bataillon Foch Photo © European-Security.orgdie ausgezeichnete Idee gehabt, am selben Tag eine Briefmarke herauszugeben, zum Andenken an den Mann, der eine Vision für Europa hatte.

Wie sollte man auch davon absehen, dem Bataillon Foch et den franco-slovakischen Wiederstandskämpfern zu gedenken ? Eine Handvoll Offiziere, nach der Flucht aus den Lagern der Nazis und eine Hundertschaft Arbeiter, auf der Flucht vor dem Zwangsarbeitsdienst, vereinten vor mehr als 50 Jahren ihre Kräfte im Untergrund, um gegen die 1. Panzerdivision der Waffen SS Kleinkrieg zu führen, und lösten dadurch in der Slovakei den nationalen Aufstand aus. Ihr Heroismus gehört zu den schönsten Begebnissen des Widerstandes in diesem Teil Europas. Der Name Stefanik, wie auch der Name des Hauptmanns de Lannurien, sind auf ewig im kollektiven Gedächtnis eines stolzen Volkes eingeprägt, für das Frankreich Synonym mit Freiheit und einem wiedergefundenen Stolz ist.

Loïc Tribot La Spière, General Delegierte des Zentrums für Strategische Studien und Prospektive (CEPS). Photo © European-Security.org"Das Europa der Verteidigung zielt nicht auf eine Verteidigung Europas". Das Zentrum für Strategische Studien und Prospektive (Centre d’Etude et de Prospective Stratégique / CEPS) veröffentlicht eine Analyse der europäischen Rüstungsindustrie, "einem wirtschaftlichen Akteur auf der Suche nach seinem Markt". Die von Ernst & Young durchgeführte Meinungsumfrage ist aufschlußreich betreff der Geisteshaltung der Industriellen des europäischen Rüstungssektors. 84% der Befragten sehen den Markt als stagnierend, wenn nicht zurückgehend. 43% meinen, dem Luftfahrtbereich ginge es verglichen besser. Eine andere Gewißheit:  94% meinen, die EU könne ihren spezifischen Bedürfnissen gerecht werden. Eine weitere Feststellung:  die sogenannte transatlantische "Zusammenarbeit" verbleibt bis heute ein einbahniges Unternehmen. Der General Delegierte des CEPS, Loïc Tribot La Spière, gibt Details zu dieser die strategische Vision der Industriellen beschreibenden Studie.

Grégoire Olivier und Mario Colaiacovo von SAGEM stellen dem französischen Präsident Jacques Chirac und der Verteidigungsministerin Frau Michèle Alliot-Marie den Spewer UAV vor. (Le Bourget, den 14.Juni 2003 - Photo Joël-François Dumont © European-Security.org)

Zum Anlaß der 50. Luft- u. Raumfahrtmesse, landete zum letzten Mal und unter großem Applaus majestätisch die Concorde auf der Piste des Flughafens Le Bourget in eben dem Augenblick, in dem Präsident Jacques Chirac diese durch die weltweite wirtschaftliche Krise gezeignete Messe als eröffnet erklärte. Dieses Jahr gehört der Ehrenplatz den Drohnen und den Flughafentechnologien. Das nebenstehende Bild zeigt Präsident Chirac beim Betrachten der französischen Drone letzter Generation, den Sperwer von Sagem. Entgegen aller Gerüchte haben - wie von Yves Bonnet, dem Generalkommissar der Messe, bestätigt - die transatlantischen politischen Spannungen nicht im geringsten Maße zu einem Fernbleiben der Verantwortlichen der amerikanischen Luft- und Raumfahrtindustrie geführt. Einen weiterern Beweis des beiderseitigen Willens, auch künftig miteinander zu arbeiten, brachte die von Aviation Week im Rahmen der Le Bourget Messe am 17. Juni organisierte Treffen der Manager der großen französischen und amerikanischen Unternehmen des Sektors.

US Präsident George W. Bush unterhält sich mit Christian Malar in der Bibliotek des Weißen Hauses (Washington D.C., 29.Mai 2003 - Weißen Haus Photo by Tina Hager).Vor seiner Reise zum G8 Gipfel in Evian hat der amerikanische Präsident George W. Bush Christian Malar am 29. Mai 2003 erneut ein Exklusiv-Interview gegeben. Es werde keine Sanktionen gegen Frankreich geben, aber Bushs Enttäuschung bleibe bestehen. Bush würdigte jedoch betont die Qualität der Arbeit der französischen Nachrichtendienste: „in diesem Punkte möchte ich Frankreich, das an unserer Seite al-Qaeda bekämpft, loben. "Es läßt sich gut mit den französischen Nachrichtendiensten zusammenarbeiten", sagte er. Am 4. Juni wird der amerikanische Präsident in Aqaba vor König Abdallah von Jordanien und den israelischen und palestinensischen Premier Ministern seinen „Traum für den Frieden" und seine Vision für den Vorderen Orient darlegen.

Professor Dr. Reiner Huber, Direktor der Informatikfakultät der Bundeswehr. Wildbad Kreuth, Bayern, den 27.Mai 2003. Photo Joël-François Dumont © European-Security.orgIn Wildbad Kreuth, Bayern, am 27. und 28. Mai 2003, während die Experten der Nachrichtendienste sich mit dem Konzept des Präventiv-Krieges, modellisiert durch Rainer Huber, Direktor der Informatikfakultät der Bundeswehr, beschäftigen, zieht es Françoise Thom vor, von einer „Präventiv-Kapitulation" zu sprechen. In einer sehr argumentierten Anklagerede gegen die französische Diplomatie formuliert sie die These, daß die von Frankreich verfolgte anti-amerikanische Politik letztendlich zum Gegenteil dessen geführt habe, was ursprünglich anvisiert worden war. Ihre Darführungen, die zu großen Teilen im Figaro (6. Mai 2003) veröffentlicht worden sind, ist auf dieser Website in vollständiger Version auf englisch zu finden. Davor gestellt jedoch eine kurze Einführung, die für jene von der anderen Seite des Atlantiks bestimmt ist, die meinen könnten, es fänden sich hier irgendwelche Ermutigungen zu anti-europäischen Argumentationen oder zu einer schädlichen Frankophobie, wie sie leider einige Websites offengelegt haben. François-Bernard Huyghe seinerseits legt dar, daß auch die amerikanische neo-konservative Ideologie jene erstaunliche Propension habe, gegenteiliges zu produzieren und daß der Wille Washingtons, dem Irak das „westliche" Modell aufzudrängen, eher dazu führen Professor Dr. Françoise Thom, Sovietologe, Publizist, ist Professorin für Geschichte der internationalen Beziehungen an der Sorbonne in Paris. Photo European-Security.org ©werde, das Modell des Wilden Westens zu exportieren.

Die Franzosen haben zu unterscheiden gewußt zwischen dem amerikanischem Volk und seiner Regierung, als zu der diplomatischen Konfrontation im Kreise des UN-Sicherheitsrates kam. Die Brutalität mancher in Großbritannien oder Amerika veröffentlichten Artikel hat sie schockiert. Was die sogenannten von den Briten und Amerikanern vor der UNO angeführten „Beweise" betrifft, offiziell Produkte ihrer Geheimdienste, so wächst mit jedem Tag das Gefühl einer schlechten politischen Manipulierung – eine Politik, die gar von Seiten des amerikanischen Under-Secretary of Defense Paul Wolfowitz in Person offen und mit Stolz gerechtfertigt wird, ohne die damit verfolgten Ziele darzulegen. Diese Website hat zur Gewohnheit, von jeglicher Polemik abzusehen. Die argumentierte Kritik der Politik oder Diplomatie eines Staates – auch wenn es sich dabei um einen Staat handelt, der in unseren Augen oftmals ein Modell darstellt - erscheint uns unerläßlich.

U.S. Außenminister General Colin L. Powell vor dem Franco-American Presse Klub. Paris, den 22.Mai 2003. Photo Joël-François Dumont © European-Security.orgAm 22. Mai 2003 haben die Außenminister der G8-Staaten, die in Paris den nächsten, in Evian stattfindenden Gipfel vorzubereiten zusammengekommen sind, beschloßen, die Zusammenarbeit im Bereich der Bekämpfung des Terrorismus und des Drogenhandels zu verstärken. So wie von Hans-Ulrich Helfer beschrieben, überschneiden sich in der Tat seit geraumer immer mehr die Netzwerke des Terrorismus und der organisierten Kriminalität. Der amerikanische Außenminister General Colin Powell trifft seinen französischen Kollegen Dominique de Villepin, bevor er Gast des franko-amerikanischen Presseklubs ist, der seinen ersten Geburtstag in eben dem Saal feiert, in dem ein anderer berühmter General, der Marquis de la Fayette, sich bei seiner Rückkehr aus Amerika mit der Königin Marie-Antoinette unterhielt. Powell spricht mit offenem Herzen und ohne Text, und gibt Antwort auf die von Jim Bittermann, Christian Malar und der internationalen Presse gestellten Fragen.

"Der große Weltbasar" von Bernard Brigouleix und Bruno Delamotte. Michalon Verlag, Paris.Zwischen Paris und Washington herrschen zwar zur Zeit keine guten Beziehungen, aber entgegen der Gerüchte, die von einem Boykott französischer Unternehmen sprechen, gehen die Geschäfte weiter. In ihrem bei Michalon veröffentlichtem Buch Der große Weltbasar zeigen Bernard Brigouleix und Bruno Delamotte die Mechanismen auf, die es ermöglichen, die von der Globalisierung aufgeworfenen grundlegenden Fragen zu verstehen. Sie geben bisher nichtveröffentlichte Informationen zu dem Kampf, der im Schatten gegen die großen europäischen Unternehmen geführt wird. Delamotte, ein Spezialist für Geostrategie, Berater großer französischer Unternehmen, betont, daß die Europäer vor allem nicht die Arme sinken laßen sollten mit der Klage, es sei dies alles die Schuld der Amerikaner. In einem vor kurzem erschienenem Artikel mit dem Titel „Wer hat von Boykott gesprochen ?" beschreibt er mit Klarsicht und Humor das Profil jener drei Kategorien von Leuten, die den berüchtigten Boykott am meisten fürchten : den kalten Realisten, den irrationnellen Angsthaber und den Opportunisten...

Gerhard Schröder, Guy Verhofstadt, Jacques Chirac und  Jean-Claude Junker: Europäischer Minigipfel in Edgmund Palast. (Brüssel, 29.April 2003 - Photo Bundesbildestelle Berlin).Am 29. April findet in Brüssel ein „Minigipfel" zwischen Belgien, Jean-Paul Béchat, Präsident der SNECMA. (13.Juni 2003, Photo France 3).Luxemburg, Deutschland und Frankreich zum Thema der Revitalisierung des Europas der Verteidigung statt. Vorgeschlagen wird das Konzept einer Europäischen Union der Sicherheit und der Verteidigung (EUSD).

Konkret hat das Treffen jedenfalls zur Rettung des A-400M beigetragen, nachdem der Präsident der SNECMA in der Tageszeitung Le Monde die herausragende strategische Wichtigkeit dieses Projektes unterstrichen hatte. Zum ersten Mal herrschte mit der Lancierung dieses gemeinsamen militärischen Programmes Einklang zwischen Politik und Wirtschaft, ein erstes großes Rendez-Vous des Europas der Verteidigung, von dem bislang nur viel gesprochen wurde.

General Jean-Pierre Guiochon. Photo European-Security.org ©Der Krieg im Irak hat nur einen Monat gedauert : so manche hatten ein neues Stalingrad vorausgesagt, es kam aber zum schnellen Zusammenbruch einer Armee, die als eine der mächtigsten auf der Welt dargestellt worden war. Bevor zu erfahren ist, was wirklich geschah, ist es immerhin möglich, erste Schlußzüge aus der anglo-amerikanischen Kampagne zu ziehen, so wie dies der General der Reserve Jean-Pierre Guiochon getan hat. „Die wichtigste Erfahrung liegt eindeutig in der Bestätigung des ungeheuren Macht- und Flexibilitätmultiplikators, den die sehr kurze Kette operativer Informationen darstellt, die die verschiedenen Sensoren mit den Lösungen zur Weitergabe und Verarbeitung der gesammelten Informationen und, letztendlich, mit den Mitteln für den militärischen Schlag gegen identifizierte Ziele verbindet. In dieser Informationskette spielen die Drohnen eine ausschlaggebende Rolle. Die neuen Reaktionsmöglichkeiten, die digitale C4ISR-Systeme eröffnen, werden zu einer erheblichen Auflockerung der gegenwärtig noch spielenden Zwänge und der praktizierten Regeln bei der operativen Planung führen. Dies dürfte mit der Zeit zu einer tiefgehenden Veränderung der Arbeit der Generalstäbe führen und die konzeptuelle Betrachtungsweise der Durchführung militärischer Operationen umwandeln." Der Krieg wird jedoch immer ein schreckliches Drama und die Konsequenz des Scheiterns der Politik bleiben, wie es Admiral Guy Labouérie unterstreicht.

Die Stunde ist für Europa und die Vereinigten Staaten von Amerika gekommen, Wege zu finden, das Schicksal des irakischen Volkes, dessen Land vom Chaos bedroht ist, zu verbessern. „Wir haben die Wahl zwischen zwei Weltsichten" unterstrich Dominique de Villepin vor dem UN-Sicherheitsrat: „Gewalt muß ein letztes Mittel bleiben". Es gibt natürlich „Probleme, die keiner rein militärischen Lösung bedürfen, erklärt Colin Powell in einem Interview dem Journalisten Christian Malar, der auch in den vergangenen Tagen die meisten anderen amerikanischen politischen Verantwortlichen getroffen hat. Unter anderem den Kopf der sogenannten „Falken", Richard Perle, in dessen Augen „ein weiter Graben das alte Europa von dem Klub trennt", von dem Frankreich nunmehr ausgeschloßen ist. Gemäß dem Autor des Werkes Der Feind im digitalen Zeitalter, François-Bernard Huyghe, „hat der Krieg im Irak, der das Chaos (i.e. die von Saddam ausgehende Bedrohung) zu verhindern bestimmt war, zur Anarchie geführt. Dieser Krieg, der eine gemeinsame Verteidigung der westlichen Demokratien ermöglichen sollte, hat zur Teilung Europas und zur Trennung der Alliierten geführt. Dieser Krieg, der die Region befrieden sollte, wird zu neuen Konflikten führen, deren Keimen wir schon heute erkennen können. Dieser Krieg, der den Terrorismus ausmerzen sollte, nährt diesen mit neuen Argumenten und zweifelsohne mit neuen Rekruten". Krieg führen ist eine Sache, Frieden machen eine andere. Dies ist im Irak festzustellen, wie auch in Afghanistan. Was den amerikanischen Plan zu Ummodellierung des Vorderen Orients betrifft, ein Plan, der von ehemaligen Beratern Benjamin Netanyahus und jetzigen Mitarbeitern Donald Rumsfelds ausgearbeitet worden ist, so ist es leicht verständlich, daß er in Betracht der Möglichkeit, zu einem wirklichen Friedensplan zu führen, zahlreiche Diplomaten verlegen, wenn nicht sprachlos, läßt.

Condoleeza Rice, Beraterin des US Präsidenten in Fragen der nationalen Sicherheit, unterhält sich im Weissen Haus mit Christian Malar (31. Januar 2003 – Photo Misa Rosetti). Die tiefgehenden Divergenzen zwischen den verschiedenen NATO- und EU Staaten während der Krisengipfel in Brussel konnten deutlicher nicht sein. Auf der einen Seite, die Staaten, die für einen Präventivkrieg gegen den Irak eintreten, ob mit oder ohne UNO-Zustimmung. Auf der anderen, jene die meinen, ein solcher Präzedenzfall, in Opposition mit dem Internationalen Recht, öffne den Weg zu Abenteuern und würde zu unabwendbaren, katastrophalen Konsequenzen im Vorderen Orient führen, und dies ohne jegliche Lösung für bedrohliche Länder wie Nord-Korea darzubieten. Die „Beweise" für unbezweifelbare Verbindungen zwischen Al Qaida und dem Irak, die am 4. Februar in London von Tony Blair dem House of Commons dargelegt und am nächsten Tag von Colin Powell in New York, vor dem UN Sicherheitsrat und einer Milliarde Fernzehzuschauern wiederholt wurden, haben sich als ein vulgäres Plagiat erwiesen. Läutet dies unwürdige Vorgehen den Anfang des Endes der politischen Karriere Tony Blairs ein, wie die Journalisten der BBC es zu meinen vorgeben ? Am selben Tag, dem 5. Februar, stellt Dominique de Villepin der Weltöffentlichkeit folgende grundlegende Frage: inwieweit berechtigen Natur und Ausmass der Bedrohung ein bewaffnetes Einschreiten ? Warum Krieg führen, wenn die Resolution 1441 noch Raum bietet ?

Christian Malar, im Kreml empfangen durch Wladimir Putin (6. Februar 2003 – Photo Pressedienst des Kreml). Der Journalist Christian Malar hat sich nacheinander mit den wichtigsten Protagonisten des Dramas, das sich unter unseren Augen wie ein Albtraum abspielt, unterhalten. So in Algier, am 17. Dezember 2002, mit Dominique de Villepin, der die Meinung vertritt, dass alles unternommen werden muß, damit der Einsatz von Gewalt nur eine allerletzte Lösung darstellt... Am 31. Januar im Weissen Haus, mit Condoleeza Rice, die ihrerseits meint, dass man nicht das Risiko nehmen darf, nicht zu handeln. Zwischenstation in New York am 5. Februar, um Colin Powells Plaidoyer vor den Vereinten Nationen beizuwohnen. Dann einen Abstecher zum französisch-britischen Gipfel in Le Touquet, um am 6. Februar im Kreml den Präsidenten Wladimir Putin, am Vorabend seiner Visite in Paris, im feierlichen Ton eine Warnung an Washington vortragen zu hören, darauf hinweisend, dass eine unilaterale Aktion einen grossen Fehler darstellen würde.

Dominique de Villepin, französischer Minister für Auswertige Angelegenheiten, während seiner Rede vor dem UN Sicherheitsrat in New York (14. Februar 2003 – Photo E-S). Am 14. Februar, dem Sankt-Valentinstag, hat die gesamte Welt die Augen auf die zwei UN-Sonderbeauftragten gerichtet. Der Schwede Hans Blix und sein ägyptischer Kollege Mohamed El Baradei, Verantwortlich für die Nuklear-Inspektionen, wollen mit der Abrüstung des Iraks weitermachen. Beide wollen mehr Zeit für die UN-Inspektoren und verlangen eine volle Zusammenarbeit von Seiten Bagdads. Der mit Hoffnung erwartete Vortrag des Chefs der französischen Diplomatie führt zu Applaus im UNO Sicherheitsrat, und die Unterstützung von Seiten Deutschlands, Belgiens, aber auch Russlands und Chinas sowie einer Mehrzahl von Mitglied-Staaten lässt den Pendel in Richtung einer letzten Chance für Bagdad schwingen. Dieser von den Vereinigten Staaten angekündigte Krieg, der Saddam Hussein absetzen soll (um den Diktator durch wen zu ersetzen ?) lässt vergangen Samstag zehn Millionen Menschen in aller Herren Länder auf die Strasse gehen. Die Öffentlichkeit mobilisiert sich, insbesondere in London, Rom und Madrid.

Titelbild des Time Magazine, 18. Februar 2003 (Photo European-Security). Die kommenden drei Wochen werden für die Zukunft ausschlaggebend sein. Was wird aus dem transatlantischen Verhältnis, aus den Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten, zwischen Paris und Washington, nach dieser Krise ? „Frankreich ist nich pazifistisch" sagt Jacques Chirac dem Time Magazine, um die Gemüter abzukühlen. Jenseits des Atlantiks werden gleichzeitig Kommentare höchst zweifelhaften Geschmackes laut. Zum Thema „Gesagtes und Ungesagtes in den Beziehungen zwischen Frankreich und den USA" muss die Lektüre des „Briefes eines amerikanischen Freundes an Nicolas Polystratu, betreffend den Irak und andere Orte" empfohlen werden, der gewisse Gewohnheiten und die hegemonistische Zielsetzung des Onkel Sams darlegt. Admiral Labouérie (Akademie der Kriegsmarine) bezeigt eine Klarsicht, die jenen die Augen öffnen dürfte, die „die Hintergedanken eines Riesens begreiffen wollen, der vorhat, in Betracht seiner eigenen Interessen – unter anderem im Bereich Erdöl – ohne jeden Komplex über Gut und Böse in der gesamten Welt zu entscheiden und zu richten, und in dessen Augen nur Ja-Sager gute Allierte sind", wie ein deutscher Diplomat sich ausdrückte.

Wie Jean-François Deniau, Mitglied des Institut de France, im Figaro schreibt: „Einige unter uns haben nicht aufgehört, sich über die Methoden, die Ziele und die Folgen des angekündigten Krieges Fragen zu stellen. Und einige unter uns wollen auch ganz eindeutig keinen Präzedenzfall für ein Europa, das zu schweigen hat, wenn es nicht einverstanden ist. Denn dies würde für uns, wenn nicht den Rang eines Vasallen, doch zumindest das Verbot unseres Rechts auf eine unterschiedliche Meinung bedeuten. Wozu ein Europa mit einer gemeinsamen Stimme, wenn dies bedeutet, zu fünfzehn oder fünfundzwanzig nichts mehr zu sagen ?" (Le Figaro, 18. Februar 2003).

Der mexikanische Präsident Vicente Fox Quesada Mexikanisch-französische Beziehungen: Beim Anlaß seiner offiziellen Visite in Paris, hat Präsident Vicente Fox Quesada vor der Presse die Bilanz der Handelsbeziehungen zwischen seinem Land, Europa und Frankreich gezogen und die wichtigsten Verantwortlichen der Wirtschaft dazu aufgerufen, in Mexiko zu investieren, einem Land, das sich heute auf Rang 9 der Wirtschaftsmächte plaziert. Was die politische Seite seines Besuches angeht, so hat Präsident Fox, dem das Privileg zuteil wurde, sich von der Tribüne der Assemblée Nationale aus an die französischen Abgeordneten zu wenden, Mexikos Vision der perfekten Identität der Positionen unserer beiden Staaten" zum Thema Irak bestätigt, ein Einvernehmen, das in den Reihen der UNO sehr bemerkt worden war und den Weg zur Ausarbeitung einer von dem UN Sicherheitsrat einstimmig angenommenen Resolution geebnet hatte. Der Besuch von Präsident Fox, am Vorabend des kurzen Zwischenaufenthaltes des Hans Blix in der französischen Haupstadt auf seinem Weg nach Bagdad, wurde von Paris als wichtig bezeichnet. Mexico hat vor, von nun an im Kreise der Grossmächte auf der Internationalen Szene zu spielen. Vicente Fox bestätigte dies im Rahmen eines exklusiven Gesprächs mit Christian Malar, Chefredakteur bei France 3, das in der Résidence Marigny am 15 November 2002 gehalten wurde.

Le général Peter Pace, major-général des armées US

Die Lektionen der Afghanistan-Krise: Wer hätte, vor nur zwei Jahren, sich vorstellen können, dass eines Tages eine mit Laser-Designatoren augerüstete Einheit der amerikanischen Spezialkräfte zu Pferde die Horden Al Qaedas in den Bergen Afghanistans verfolgen würde ? Die Lektionen dieses Krieges sind heute bei weitem noch nicht alle gezogen. Linda D. Korazyn hat für die AFPS den General der US Marines Peter Face, einen der brillantesten Generäle seiner Generation zu diesem Thema befragt. Seit 35 Jahren im Dienst, spricht der General von der veränderten geistigen Haltung und gewissen „Evolutionen", zu denen die Attentate des 11. September 2001 geführt haben im Kreise des amerikanischen Oberkommandos – das von „Veränderung" und nicht von „Revolution" zu sprechen vorzieht.

Le général Jean-Patrick Gaviard, sous-chef d'état-major “Opérations” à l'état-major des Armées

11. September 2002: Frankreich befindet sich im Krieg gegen den Terrorismus... und ist sich dessen nicht immer bewusst: Es hat bis zum 11. September 2002 gebraucht, bis (endlich) die Anstrengungen Frankreichs in Afghanistan, ausdrücklich gelobt durch die Vereinigten Staaten von Amerika, von General Jean-Patrick Gaviard dem französischen Senat dargelegt worden sind. Das Terrorismus kein Problem Innerer Sicherheit ist, daran hatt Senator Vinçon erinnert, in dessen Augen es nun für Frankreich an der Zeit ist aufzuhören, sich selbst zu kasteien. Der 11. September war auch der Tag, den die Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie wählte, um ihr Projekt für die 2003-2008 Programmierung der Armeen zu veröffentlichen und, daraufhin, die drei Prioritäten der französischen Regierung darzulegen, die darauf abzielen, den von Präsident Chirac versprochenen Wiederaufbau der Verteidigungskräfte herbeizuführen. Am 30. September kehrten die französischen Piloten, die während des Eingriffs in Afghanistan von Kirghizistan aus operierten, auf die Luftwaffenbasis 133 in Nancy-Ochey zurück. Der Leiter des Generalstaabs der französischen Luftwaffe, General Richard Wolsztynski, zieht eine erste Bilanz der Operation Heraclès vor dem Premier Minister Jean-Pierre Raffarin, der den Willen seiner Regierung, die französische Bevölkerung gegen den Terrorismus zu mobilisieren, erneut betont.

Michèle Alliot-Marie, ministre français de la défense

Die Vereinigten Staaten von Amerika brauchen Europa, so wie Europa Amerika braucht: Zum Anlass ihrer ersten offiziellen Visite in Washington hielt am 17. Oktober die französische Verteidigungsministerin vor der National Defense University (auf Englisch) eine Rede. Seit 225 die besten Allierten der Welt zu sein und gleichzeitig das Recht zu haben und auch zu nutzen, ab und zu Divergenzen in den Standpunkten offen auszusprechen, sei nicht unvereinbar. In den Augen von Michèle Alliot-Marie hat Frankreich einen wesentlichen Beitrag zum Kampf gegen den Terrorismus geleistet. „Zu meinen, dieser Terrorismus würde nur auf die Vereinigten Staaten von Amerika abzielen aufgrund ihres Status als Supermacht wäre ein gravierender Fehler". Michèle Alliot-Marie hat zudem daran erinnert, dass Frankreich unter zwei Gesichtspunkten ein Ziel für die Terroristen darstellt : zum einen direkt als westlicher Staat, zum anderen als wichtiger Verbünderter der Vereinigten Staaten in diesem Kampf (gegen den Terrorismus). „Die Bedrohung massiver Zerstörung durch die Terroristen zwingt uns, uns auf einen langwierigen Krieg vorzubereiten [...]". Während des Frage-Antwortspiels bewies die Ministerin erneut ihren Gefallen an klaren und geraden Antworten und bezeigte ebenfalls Sinn für Humor : so antwortete sie auf die Frage „Wird Frankreich der NATO beitreten ?": „Nein, aber Frankreich nimmt in hohem Masse an den NATO Operationen teil, während andere Staaten, die ihrerseits in der NATO integriert sind, an ihnen nie teilnehmen. Was ziehen Sie vor ?".

Hans-Ulrich Helfer: Sicherheitsberater; Mitglied der Schweizerischen Arbeitsgruppe für Kriminologie. Leiter von Presdok AG.

Weltkrieg ohne geografische Grenzen: Der kaltblütige Terrorakt auf das World Trade Center mit rund 3'000 Toten, der Anschlag von Luxor mit 35 toten; der Giftgasanschlag auf die U-Bahn in Tokio mit über 5'000 Verletzten sowie das Drama der Sonnentempler-Sekte mit über 50 Toten Anhängern aus der Schweiz belegen in schrecklicher Weise, daß die Bedrohung durch sehr unterschiedliche Formen des Terrorismus tatsächlich besteht. Von Hans-Ulrich Helfer, Geschäftsführer der in Zürich ansässigen Berater- und Verlagsfirma Presdok AG. und Mitglied der Schweizerischen Arbeitsgruppe für Kriminologie. Zum Thema Terrorismus verfasste er bereit 1997 namhafte Beiträge zu einem künftigen Superterrorismus, was durch die Vorfälle vom 11. September 2001 vollumfänglich bestätigt wurde. (Zürich, den 28. Juni, 2002).

Seine Majestät Abdullah II., König von Jordanien, photographiert am Ende des Interviewes mit Christian Malar, Chefredakteur des französischen Fernsehsenders France 3. Foto Joël-François Dumont. (Paris, den 12. Juni 2002).

Der Friedensprozeß ist bei weitem nicht beendet: Die erneuerte Unterstützung der israelischen Regierung durch die Vereinigten Staaten von Amerika im Kontext der schweren Krise, die der Vordere Orient derzeit durchläuft, versetzt die Staatsmänner der arabischen Welt in eine unbequehme Lage. Seine Majestät König Abdullah II., Herrscher über das haschemitische Königreich von Jordanien, ist der letzte hochrangige Besucher, der hierher nach Europa gekommen ist. Seine Botschaft, sowohl vor seinen Zuhörern im NATO-Hauptquartier nahe Brüssel (Belgien), als auch bei seinen zwei Besuchen in Frankreich - zuerst ein Treffen mit der französischen Regierung, dann ein Vortrag vor der Europäischen Parlament in Straßburg - war die der Sorge, aber zugleich auch die eines vorsichtigen Optimismus. Während seines Aufenthalts in Frankreich sprach der König von Jordanien mit Christian Malar, Chefredakteur der Sparte Internationale Angelegenheiten des dritten französischen Fernsehens, France 3. (Hotel George V, Paris, den 13. Juni 2002).

Präsident G.W. Bush photographiert im Kartensaal des Weissen Hauses am Ende des Interviews mit Christian Malard, Experte für Internationale Politik und Chefredakteur bei France 3. Photo Tina Hager, Photodienst des Weissen Hauses (Washington D.C., den 21. Mai 2002) „Ich bin von der Existenz einer Achse des Bösen überzeugt": Am Vorabend seiner sechs-tägigen Reise durch Europa, hat der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, George W. Bush, dem Experten für Internationale Politik und Chefredakteur des französischen Fernsehsenders France 3, Christian Malar, im sogenannten Kartensaal des Weißen Hauses ein Exklusiv-Interview gegeben. Nach einer Etappe in Berlin und dem Unterzeichnen eines russisch-amerikanischen Rüstungsabkommens in Moskau, wird am 26. Mai George W. Bush in Paris den Präsidenten Jacques Chirac treffen und danach sich an die Strände der Normandie begeben, um dort den amerikanischen Soldaten, die während des "D-Days" ihr Leben verloren, die Ehre zu erweisen. Im Laufe des Interviews mit Malar sprach Präsident Bush über die Allgegenwart der terroristischen Bedrohung und wiederholte noch einmal, er glaube fest an die „Axe des Bösen". Er unterstrich die Notwendigkeit eines anhaltenden Friedens im Nahen und Mittleren Osten und versuchte, die in Europa formulierten Kritiken über einen amerikanischen „Unilateralismus" zu entkräften. Photo Tina Hager, Photodienst des Weißen Hauses (Washington D.C., den 21. Mai 2002).

Nicolas Sarkozy, französischer Minister des Innern und der inneren Sicherheit

Sicherheit: die Angst muß zur Gegenseite wechseln: Paris - Der neue französische Minister des Innern, Nicolas Sarkozy, hat bei Amtsantritt folgendermaßen seine Mission dargestellt: „Sicherheit bedeutet, daß die Angst die Fronten wechselt und nicht auf der Seite der immensen Mehrheit der Franzosen bleibt, die nur eines wünschen, nämlich in Ruhe zu leben. Sicherheit, das bedeutet die systematische Bestrafung aller Vergehen und den Aufbau regionaler Eingreifgruppen, bestehend aus Richtern, Polizeibeamten, Zöllnern und Steuerbeamten, um den Rechtsstaat wiederherzustellen in Wohngebieten, die heute von regelrechten Mafiagruppierungen beherrscht werden." (France 3, den 7. Mai 2002). Kommentar von François de Vries.

Dr. Françoise Thom, Schriftstellerin, Dozentin an der Universität Paris IV - La Sorbonne und Expertin der Sowjetunion

Das Rußland des Wladimir Putin: Seit Wladimir Putins Amtsantritt vor zwei Jahren hat sich sein Image in der rußischen und auch in der westlichen Presse radikal verändert, und dies dank der Bemühungen des Propagandadienstes des Kremls. Inwieweit hat sich Rußland nun tatsächlich bis heute verändert ? Welche sind die Folgen der von Präsident Putin unternommenen politischen Reformen ? Bedeutet die pro-westliche Wende in der rußischen Diplomatie ein Ablegen der traditionnellen sowjetischen und post-sowjetischen Aussenpolitik ? Diese und weitere grundlegende Fragen versuchte Dr. Françoise Thom, Schriftstellerin, Dozentin an der Universität Paris IV - La Sorbonne und Expertin der Sowjetunion, des Kommunismus und des Postkommunismus, zu beantworten während eines vor kurzem im tchechischen Emmaüskloster abgehaltenen Kolloquiums zum Thema "Welche Herausforderungen stellen sich der westlichen Zivilisation und welche Zukunft hat die NATO" ? (Prag, de 26. April 2002).

S.A.R. le prince Al Fayçal Der Mittlere Osten am Rande des Abgrunds nach dem Beiruter Gipfel ? Die Strategie von Ariel Sharon beunruhigt die arabische Welt und die europäischen Hauptstädte. S.kgl.Hoheit, Prinz Al Fayçal, Außenminister von Saudi-Arabien, hat kurz in Paris Station gemacht, um ein Gespräch mit seinem französischen Amtskollegen, M. Hubert Védrine, zu führen. Anschließend hat er Christian Malar, Chefredakteur von France 3, der gerade aus Beyrouth zurückkehrte, ein Exklusiv-Gespräch gewährt. (1. Avril 2002).

Secretary of State Colin L. Powell

„Es ist an der Zeit, eine neue Richtung einzuschlagen": Ein Interview mit US Außenminister Colin L. Powell, von Christian Malar (France 3), aufgenommen am 14 März 2002 im State Department, Washington D.C. "Der problematische Aspekt mit dem saudi-arabischen Vorschlag betrifft den Verlauf der Landesgrenzen, über den die beiden betroffenen Parteien ein Abkommen treffen müssen. Saudi Arabiens Vision ist die der Grenzen vor 1967 ; die UN Resolutionen 242 und 338 müssen zudem in Betracht gezogen werden. Diese Sache muß zwischen den beiden Parteien verhandelt werden. Nur ist eine Vision nicht ausreichend. Gebraucht wird auch ein Weg, um diese Vision in die Tat umzusetzen. Und dieser Plan ist es, an dem die Vereinigten Staaten von Amerika mit General Zinni arbeiten, mit dem von George Tenet vorgelegten Arbeitsplan, um dann die sogenannte Mitchell Prozedur in Gang setzen zu können."