Das "Dictionnaire du communisme", herausgegeben von Stéphane Stéphane Courtois, ist bei Éditions Larousse erschienen.Kommunimus : Ist der Kommunismus Vergangenheit? Dies mag eine weit verbreitete Vorstellung sein. Tatsache ist jedoch, dass eine Milliarde Chinesen noch immer unter kommunistischer Herrschaft leben und dass in osteuropäischen Ländern große Teile der Bevölkerung nach wie vor mit Nostalgie an die “Volksdemokratie” zurück denken. Dazu scheint sich in den westlichen Ländern im dem Lager der Altermondialisten ein Neo-Kommunismus in neuer Gestalt zu entwickeln. Zehn Jahre nach dem Erscheinen des “Schwarzbuch des Kommunismus”, das in 26 Sprachen übersetzt wurde, beträchtliche Aufmerksamkeit erregte und eine weltweite Debatte auslöste, bietet nun das "Dictionnaire du communisme" eine detaillierte Analyse der Entwicklung und Funktionsmodi eines der großen totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts. Das Historikerteam, das an diesem von Stéphane Courtois geleiteten Gemeinschaftswerk arbeitete, machte neue Funde in den Archiven des früheren Ostblocks. Diese ermöglichen tiefere Einsichten, zum einen, weshalb die “kommunistische Idee” in der Sowjetunion und China triumphieren, aber auch im Westen und in der ganzen Welt so starken Einfluss gewinnen konnte, zum anderen, weshalb sie auch heute noch so lebendig ist, trotz aller Erkenntnisse über die wahre Natur des „Systems“. Die Versuchung besteht fort, und mit ihr die teleologische Dimension des kommunistischen Gesellschaftsprojekts. Die Doktrin: Leninismus, das Organisationsmodell: Einheit von Staat und Partei, Strategie und Taktik determiniert von den Bedingungen der Machtübernahme und des Machterhalts. Ehe wir das Fell des Bären zerteilen und reinen Tisch mit der Vergangenheit machen, sollten wir sicherstellen, dass er wirklich tot ist.

Patrick Moreau. Foto © Joël-François Dumont.Politische Polizeikräfte und Geheimdienste : Das 20. Jahrhundert hatte das traurige Privileg, die Entwicklung der beiden furchtbarsten Modelle des Totalitarismus zu erleben; Nationalsozialismus und Kommunismus. Nach der Übernahme der Macht stützten sich die Führer dieser totalitären Regime zu deren Erhalt auf furchterregende Geheimdienste und politische Polizeikräfte. Berüchtigt waren Gefängnisse wie die Lubjanka der Tscheka in Moskau, die Stasi-Untersuchungshaftanstalten Bautzen 2 und Berlin-Hohenschönhausen in der DDR oder das Securitate-Gefängnis in Pitesti in Rumänien. Letzteres stellte François Furet zu Folge "einen der schlimmsten Fälle der Entmenschlichung in unserer Zeit” dar: Die Folterer zwangen die Gefangenen, sich gegenseitig zu foltern, um ihnen ihren Opferstatus zu verweigern! Die utopische Idee einer Gesellschaft, in der die Gleichheit der Lebensbedingungen durch das Verbot persönlicher Bereicherung und durch die Vergesellschaftung der Früchte der Arbeit gesichert werden sollte, führte dazu, dass sich ausschließlich Parteimitglieder bereicherten. Patrick Moreau, Politikwissenschaftler und Extremismusforscher, 1984 – 1988 Mitglied der Enquetekommission des Deutschen Bundestages “Überwindung der Folgen der SED-Diktatur”, erklärt in "Im Kern des kommunistischen Systems: Die Dienste (1917-1990)“, wie diese “Organisationen arbeiteten und wie ihre Schergen, schuldig an Tode von Millionen Menschen, später mit seltenen Ausnahmen von einer fast völlig unterlassenen Strafverfolgung und damit totalen Straffreiheit profitierten. 

"Das Meer nach Midway überdenken" ist erschienen bei Éditions L'esprit du livre.Marine : Bei einem Symposium zum Thema “Die Vendée und das Meer: Von der Hochseefischerei zur globalen Vendée” ließ Vizeadmiral a.D. Guy Labouérie, Mitglied der Académie de Marine, Autor einer Reihe von Referenzwerken, seine Zuhörer aus der Vendée teilhaben an seiner tiefen „Sehnsucht nach dem Meer“. Sein neuestes Buch, "Penser l'Océan avec Midway" ("Das Meer nach Midway überdenken") ist ein weiterer Akt des Glaubens an das Meer. Er erinnert sich, wie Jacqueline Tabarly ihm 1988 mitteilte, wie bedauerlich sie fand, dass “seit viel zu vielen Jahren alle unsere Regierenden das Meer ignoriert haben. Die Franzosen sind Landratten … obwohl sie Küsten und Schiffe haben. … Aber vom Meer nehmen sie lediglich die Strände zum Amüsieren und den Fisch zum Essen wahr.” Die politische Elite verfolgt dort offensichtlich keinen Plan. Ob nicht genutzte oder schlecht genutzte Ressourcen, die Irrtümer sind zahlreich und das Fehlen maritimer Visionen wird schmerzlich spürbar. Ozeane bedecken 70% der Erdoberfläche. Drei von vier Menschen leben in einer Küstenregion, 80 Prozent aller Güter erreichen uns per Schiff. Diese Zahlen sprechen für sich. Wie kann dann ein Land wir Frankreich - mit drei Meeresküsten – sich so wenig um die dringende Notwenigkeit sorgen, “das Meer neu zu denken” und eine längst überfällige echte maritime Strategie zu entwickeln, wie alle großen Länder der Welt dies zur Sicherung ihrer Macht getan haben!

Vizekonteradmiral Guy Labouérie (2S) schied 1992 aus der nationale Marine aus, in der er 30 Jahre in aktiven Dienst gestanden hatte. Foto © Françoise Labouérie (Mai 2005).Für diejenigen, die sich für dieses Thema interessieren, hat Admiral Labouérie auf dieser Site dreizehn Papers über die Schlacht von Midway veröffentlicht. Sie war eine entscheidende und zweifellos die größte Schiffs- und Luftschlacht aller Zeiten. Mit ihrem Ausgang gewannen die Vereinigten Staaten die Oberhand über die japanische Flotte. Dieser Sieg war ein Wendepunkt im Pazifik, ohne ihn hätten die Amerikaner im Juni 1944 nicht in der Normandie landen können. Die Schlacht wurde gewonnen wegen des Mutes tausender Männer, Seeleute, Piloten, und Infanteristen, von denen sich einige bewusst selbst opferten, und wegen solch herausragender Kommandeure und bemerkenswerten Strategen wie die Admiräle Ernest J. King oder Chester W. Nimitz, and schließlich dank der Arbeit der „Knacker“ des japanischen Geheimcodes, der "Rochefort-Gruppe", ohne die dieser Sieg nicht möglich gewesen wäre. Dieser Rückblick ist interessant, weil Admiral Labouérie über die historische Bedeutung hinaus reichende Lehren gezogen hat, die auf die Gegenwart angewendet werden können. "Das Meer nach Midway überdenken" ist das Plädoyer eines Seemanns, der unsere Wissenslücken kennt, und ein Alarmruf, um unser Bewusstsein zu entwickeln und die Reichtümer, die der Ozean bieten kann, mit zu berücksichtigen.

Sergeï Stanishev, bulgarischer Premierminister, wird am 27.09.2007 von Joaquin Almunia in Brüssel empfangen zur Unterzeichnung des ersten Aktionsprogramm zwischen Bulgarien und der EU. EU © Foto, 2007.Korruption in Bulgarien Euro Topics zufolge macht das dramatische Scheitern der Europäischen Union derzeit Schlagzeilen in Bulgarien. Das Monitoring des Landes hat „nicht im geringsten zum Rückgang der Korruption“ geführt. „Seit über einem halben Jahr macht Bulgarien angeblich Fortschritte in der Kriminalitäts- und Korruptionsbekämpfung, und die Kommission tut so, als ob sie diesen Prozess streng verfolge. … Weder die großen Kriminellen noch die korrupten Funktionäre in den oberen Etagen des Staates werden Probleme damit haben.“ Die Einstellung dieses Monitoring wird deshalb nicht mehr sein als eine “reine Formalität. Brüssel hat den Bulgaren ihre  letzen Hoffnungen geraubt, dass die Rettung vor der Mafia von außen kommen könnte." Weltbank, Europäisches Parlament, Kommission und bulgarische Presse ziehen dieselben Schlüsse: Die Subventionen der EU – Milliarden Euros pro Jahr – werden schon an der Quelle von mafiösen Clans „abgeschöpft“. Einige von ihnen brüsten sich öffentlich, dass sie straffrei bleiben. Angesichts der bevorstehenden Kommunalwahlen besteht das Risiko, dass diese Clans sich das Land und seine lokalen Finanzen aneignen. Vor der französischen EU-Ratspräsidentschaft könnte Präsident Sarkozy bei seinem Besuch in Sofia am 4. Oktober 2007 sehr wohl die bulgarische Regierung an ihre Verpflichtung erinnern und sie zur Wachsamkeit gegen diese „Rückkehr der alten Dämonen“ auffordern. Bericht aus Brüssel und Strasbourg von François de Vries.

Archivfoto senegalesischer Infanteristen in Verdun. Foto © EMSOME.Die schwarze Kraft : Wie jedes Jahr wurde am 31. August 2007 in Frejus der Helden von Bazeilles gedacht. Frankreich ehrte feierlich seine Senegalesischen Infanteristen. Sie fielen der Undankbarkeit eines Landes zum Opfer, das nach der Gewährung der Unabhängigkeit für seine früheren Kolonien versucht hat, mehrere Kapitel einer gemeinsamen mit Blut, Schweiß und Tränen geschriebenen Geschichte zu schließen. Viele Jahre haben allein die Marineinfanteristen (Marsouins) und Kolonialinfanteristen (Bigors) die Flamme des Gedenkens an ihre Opferbereitschaft wach gehalten. Ihnen haben Éric Deroo und Antoine Champeaux ein bewegendes Buch gewidmet und einen Dokumentarfilm gedreht, der auf den hervorragenden ECPAD-Archiven beruht. Ihre Geschichte ist diejenige einer wiedergefundenen Waffenbrüderschaft, die in unser kollektives Gedächtnis aufgenommen worden ist. Wenngleich die Senegalesen fast ein Jahrhundert in manchmal fast karikierender Weise in unterschiedlichen Formen öffentlich heroisiert worden sind, auf Plakaten, Postern oder Postkarten, so wird doch die Opferbereitschaft dieser schwarzen Truppen in den beiden Weltkriegen endlich anerkannt.

Generaloberst Emmanuel Beth, Leiter der militärischen Zusammenarbeit und und der Verteidigung. Foto © DCMD.Kooperation mit Afrika : Glücklicherweise hat Frankreich enge Verbindungen mit denjenigen Ländern seines früheren Kolonialreichs gepflegt, die dies wünschten. Unverzichtbarer Bestandteil seines diplomatischen Handelns, ist die Hauptaufgabe der DCMD die "Kooperation im militärischer Ebene und in der Verteidigung“. Die DCMD hat eine strukturelle Kooperation mit ihren wichtigsten Partnern aufgebaut. Deren Führung wurde im Außenministerium angesiedelt, um die Kohärenz bei der Führung der französischen Politik der Kooperationen zu sichern. In Afrika zielt diese insbesondere auf die Stärkung nationaler, subregionaler und regionaler Kapazitäten, die Schlüsselelemente der Stabilisierung dieses Kontinents sind. General Emmanuel Beth sieht diese französische militärische Zusammenarbeit als Faktor der Stabilität in Afrika, aber auch für Europa. Daneben hat sich die École militaire de spécialisation de l'outre-mer et de l'étranger, EMSOME, die alma mater der französischen Marine, zum europäischen Ausbildungszentrum für alle Militärs, die an dieser Kooperation beteilig sind, entwickelt. Bei Auslandseinsätzen kann nicht improvisiert werden, um Major Philippe Dupas zu zitieren, den Chefredakteur der Zeitschrift "l'Ancre d'or-Bazeilles". Der Dienst in einem fremden Land erfordert ein gutes Verständnis der Umgebung, in die der Soldat und seine Familie gestellt werden. Dies umfasst die Kenntnis der geographischen, historischen, ökonomischen und geopolitischen Situation. So hat EMSOME 2006 25.000 Studenten, Soldaten und ihre Partner, ziviles Personal der Streitkräfte, Personal anderer Ministerien und sogar von privaten Unternehmen geschult.

Weltraumüberwachung : Das Radarsystem „GRAVES“ (Großes an die Weltraum-überwachung angepasstes Netz), erstmals beim Salon du Bourget von CDAOA im Juni 2007 vorgestellt, ist die „Avantgarde der französischen Weltraumverteidigung“. Mit der Inbetriebnahme dieses großen an die Weltraumüberwachung angepassten Netzes tritt Frankreich dem exklusiven Club der Mächte bei, die zumindest teilweise in der Lage sind, die Überwachung des Weltraums autonom und operationell zu sichern,“ wie Patrick de Rousiers, General der französischen Luftwaffe, betonte. Angesichts aller aktuellen Konflikte wird die entscheidende Rolle der Weltraumtechnologien deutlich. Der Weltraum, der allmählich zu einem „Waffenlager“ wird, hat sich zu einem wichtigen strategischen Ziel gewandelt; aus diesem Grund ist seine Beherrschung bei der Entwicklung unserer Verteidigungsstrategie direkt mit einbezogen worden. Wenn Frankreich seine Sicherheit und die Autonomie seiner Einschätzungen und Entscheidungen garantieren will, um seiner internationalen Verantwortung besser nachzukommen, muss das Land sowohl über die Fähigkeiten der Antizipation und der Einschätzung von Krisen als auch der Durchführung von Maßnahmen verfügen.

Alain Juillet : Hoher Beauftragter für Wirtschaftliche Intelligenz“ des SGDN (Generalsekretariat für nationale Verteidigung). Foto © Hugues Dumont. Wirtschaftliche Intelligenz : Alain Juillet hat die Vision eines „Staates als Stratege“, der sich in den Bereich der wirtschaftlichen Intelligenz einbringen muss. Dabei darf er nicht zögern, das Unvereinbare zu vereinbaren. Erweiterung und Globalisierung scheinen zu „destabilisierenden Elementen“ des klassischen europäischen Modells geworden zu sein. Wie kann also das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Dynamik und sozialen Belangen wiedererlangt werden? Alain Juillet befürwortet ein „offensiveres“ Vorgehen „in  einer globalisierten Wirtschaft“, wie es der Wettbewerb erfordert, anstelle „rein defensiver“ Maßnahmen. Er hat sich aufgemacht, getragen von der Überzeugung, dass Wirtschaftliche Intelligenz sehr wohl eine mögliche Antwort auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ist. Zu einer Zeit, wo viele Akteure sie allmählich in ihre Überlegungen einbeziehen, wäre der Versuch interessant, eine Synthese der Berichte, Artikel und anderer Reflexionen all derjenigen, die in Frankreich und in der ganzen Welt den Versuch unternehmen, die vereinfachende Wahrnehmung zu überwinden, von Interesse. Damit könnte man sie in eine künftige geopolitische Vision integrieren und ihr eine ganz andere Dimension geben. Mehr als drei Jahre seit seiner Ernennung im Januar 2004 zum „Hoher Beauftragter für Wirtschaftliche Intelligenz“ des SGDN (Generalsekretariat für nationale Verteidigung) hat Alain Juillet für die Zeitschrift „Défense“ (Verteidigung) das Ergebnis seiner persönlichen Überlegungen vorbehalten. Dort hat er einige nützlich Stichwörter genannt, um die Perspektiven zu vertiefen, auf die wir uns dringend vorbereiten müssen.

Marwan Lahoud, CEO von MBDA. Foto ©  MBDA.Rüstung : Das Jahr 2006 war gekennzeichnet von einer Reihe unzweifelhafter Exporterfolge einiger großer französischer und europäischer Konzerne. Aber dieser Erfolg wurde geschwächt von den Kämpfen der „gallischen Hähne“, die einigen Unternehmen sehr geschadet und sogar deren Markenimage beschädigt haben. Der Schlüssel zum Erfolg liegt manchmal in den Händen von einzelnen, insbesondere solcher Menschen, die es verstehen, „um sich ein Team zu versammeln, in dem Unterschiede und Kompetenzen gleichermaßen respektiert werden.“ In allen Exzellenzfeldern, die die Verteidigung betreffen (Luft- und Raumfahrt, Rüstung), zwischen weltweiten Erfolgen, können wir MDBA nennen, einen Konzern von zentraler Bedeutung für die großen europäischen Projekte, und seinen Präsidenten Marwan Lahoud, der als Mitarbeiter Louis Gallois’ nach dem Weggang Jean-Paul Guts gehandelt wird. Experten aller Couleur erkennen an, dass MBDA in wenigen Jahren zu einem „europaischen integrierten Modellkonzern“ geworden ist. Zweifellos wurde Marwan Lahoud genau dieser Qualitäten wegen ausgewählt. Bei der Gründung von EADS im Juli 2000 wurde er zum Senior Vice President Mergers and Acquisitions ernannt. Damit war er verantwortlich für Fusionen und Akquisitionen der EADS, z.B. für die Schaffung der Unternehmen Airbus, MDBA, Astrium und EDSN. Frankreich besitzt noch große Industriekapitäne, um die uns Europa und manchmal sogar die USA beneiden. Die nächste Luftfahrtshow in Le Bourget und die Abschlussrede des neuen Premierministers werden vermutlich die Absichtserklärung von Präsident Sarkozy bestätigen, der in diesem Bereich, mit dessen wirtschaftlichen Dimensionen er bereits wohl vertraut war, die Franzosen an eine „Erfolgskultur“ zu gewöhnen. Dieser Artikel ist in der Zeitschrift „Défense“ erschienen und wird hier mit freundlicher Genehmigung seines Chefherausgebers, Richard Labévière, abgedruckt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel in Strassburg. Regierung online Foto © Plambeck.Europa : Zum ersten Mal in seiner Geschichte wird das land Goethes und Bismarcks von einer Frau regiert. Zwar wird Angela Merkel manchmal mit Margaret Thatcher, der so genannten „eisernen Lady“, verglichen, aber sie hat ein völlig anderes Naturell. Bei ihr könnte man eher an eine „eiserne Hand im Samthandschuh“ denken. All diejenigen, die nach Schröders Niederlage ihre Tage im Kanzleramt mit einer Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD bereits gezählt sahen, hatten ihren Kampfgeist unterschätzt. Nach wie vor hält sie das Ruder „standhaft und lächelnd“ in der Hand. Ihre ausländischen Amtskollegen haben schnell erkannt, dass Angela Merkel einen Führungsstil und gleichzeitig eine Vision hat. Dies erklärt zweifellos ihren aktuellen Erfolg und die Wertschätzung, die sie in Deutschland, aber auch in Frankreich und im Rest Europas genießt. Ihre ersten Auslandsbesuche hatten symbolische Bedeutung: Brüssel und Paris. Vor dem Europäischen Parlament in Straßburg betonte sie ihr Bekenntnis zu einem Europa, „das ganz ausdrücklich auf europäische Lösungen setzt, wo es gemeinsam vorgehen will und muss, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen zu sein“. Es bedürfe der „Toleranz“, wenn man „Europas Seele finden“ wolle. Die Herausforderungen müssen angenommen werden. „So wie sich Europa also nach außen neu ausrichten muss, so muss es das auch nach innen schaffen.“Garantiert werden müssten„die Sicherung unseres Wohlstandes, Wachstum, Beschäftigung und soziale Sicherheit, kurz: die Erhaltung und Entwicklung unseres europäischen Sozialstaatsmodells.“

 

 

 

 

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